Donnerstag, 29. Juli 2010

Ungetrübte Gier nach Edelware


Louis Vuitton Werbung in Shanghai: Besonders in China giert die Kundschaft nach der Edelware des Luxuskonzerns. Quelle: ap

Unter dem Titel "Kundschaft giert nach Edelware" berichtete das Handelsblatt gestern darüber, wie Luxus-Konzern Louis Vuitton erfolgreich der Krise trotzt. Das Beispiel macht Hoffnung, dass mit luxuriösem Lifestyle immer noch Geld zu machen ist. Wenn man es nur richtig anstellt.

Der Originalartikel (hier).

Kundschaft giert nach Pariser Edelware (bei Handelsblatt.com am 28.07.2010 veröffentlicht)

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Mittwoch, 21. Juli 2010

Have You Met The Hilfigers?


Zwei Motive aus der "Meet the Hilfigers"-Kampagne.

Nun hat auch die all-American Preppy-Brand Hilfiger's das Social Network für sich entdeckt. Star der "Meet The Hilfigers"-Kampagne der New Yorker Fashion- und Lifestyle-Agentur Laird+Partners ist eine etwas verschrobene sechzehnköpfige "Familie", die für fast jeden einen entsprechenden Identifikationsanker bereithält. Interessant finde ich die konsequente Vernetzung der Kampagne auch in die so genannten sozialen Netzwerke. So haben einige Familienmitglieder eigene Facebook- und Twitter-Accounts und werden somit "lebendig", "anfassbar" und glaubwürdig. Andere werden zu Protagonisten von kurzen Online-Filmchen auf YouTube.

Die Kampagne wurde laut WWD mit einem medialen Paukenschlag und 10-seitigen Beiheftern in Vogue, GQ, Harper's Bazaar und Vanity Fair klassisch gestartet und wir dürfen gespannt sein, wie sich das Familienleben und der Umsatz der Marke entwickeln wird.

Zuerst gelesen auf www.styleite.com (hier).

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Donnerstag, 8. Juli 2010

Fashion Shooting mit dem iPhone


Kleine Kamera - großes Erstaunen: Das Video zum Fashion Shooting mit dem iPhone 3Gs.

Interessantes Experiment: Modefotograf Lee Morris produzierte eine komplette Modestrecke mit seinem iPhone 3Gs bzw. der eingebauten Kamera. Profis, die nicht wussten unter welchen Umständen die Bilder entstanden waren, waren begeistert. Einige hielten die Fotos für das beste, was der erfahrene Fotograf je abgeliefert hat.

Das Experiment lehrt und lieber mehr in Idee, Kreativität und Handwerk zu investieren, als in teure Technik.

Danke, Collin, für den Tip!

Die komplette Story und mehr Fotomaterial (hier)


Foto aus dem Shooting (Foto: Lee Morris)

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Uschi Obermaier trägt Rosner


Der bayerische Hosen-Spezialist Rosner wagt Neustart mit 68-Ikone Uschi Obermaier (Foto: Rosner).

Passend zu meinem Post von gestern über einen erkennbaren Trend hin zu reiferen Models berichtet nun die Werberfachzeitschrift w&v über eine neue Kampagne des in der Vergangenheit arg gebeutelten Hosenschneiders Rosner aus Ingolstadt. Deren Star ist nun die 60-jährge 68-er-Ikone und Rainer Langhans-Freundin Uschi Obermaier, die sich ja schon für Mey in Unterwäsche ablichten ließ (Photoshop sei Dank!). Der Schritt scheint nur konsequent zählen doch die so genannten 68er sicherlich inzwischen zur Kernzielgruppe des nun zum Wolff & Olsen gehörenden Textilimperiums.


Die ehemalige Kommune1-Bewohnerin Uschi Obermaier als Testimonial für Mey (Foto: Mey).

Anja Probe von der Textilwirtschaft schreibt über die Kampagne: "Es war gar nicht so leicht, Uschi Obermayer in Kalifornien ausfindig zu machen. Als sie dann von der Idee hörte, war sie sofort begeistert", sagt Johann Christoph Anthon, der für das Konzept der neuen Rosner-Kampagne verantwortlich zeichnet. Rund 40 Jahre, nachdem das Model schon einmal für den Hosenspezialisten posierte, holte das Ingolstädter Unternehmen die 64-Jährige erneut vor die Kamera. Sie zeigt die neue Frühjahr-/Sommermode von Rosner. "Wir wollen mit der Kampagne viele Kundinnen erreichen. Wir wollen die Tochter ansprechen, ohne die Mutter zu verprellen", so Anthon.

Die Motive seien nicht gestellt, Fotograf Anatol Kotte habe "einfach draufgehalten". "Uschi Obermaier steht für Sexappeal und Lebensfreude", so Anthon. Dies sollen die Bilder vermitteln. In diesen Tagen startet die Fachhandelswerbung, ab Januar sind die Motive auch in der Gala zu sehen. Dazu gibt es POS-Material, und die Homepage wird entsprechend gestaltet. Die Art Direktion hat Jan Ehlbeck übernommen, die Postproduktion Julia X Gregor aus Hamburg."

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Mittwoch, 7. Juli 2010

Alter schützt vor'm Modeln nicht


80 jähriges Profi-Model Daphne Self war der Star der D&G-Kampagne in 2008 (Foto: Catwalking).

FT.Com berichtet in einem interessanten Artikel vom 03.07.2010 (hier) über das Revival reiferer Models als begehrte Repräsentantinnen der großen Mode-Labels. Dabei geht es nicht - wie z.B. bei Helmut Lang, der 1990 die damals 86-jährige Bildhauerin seine Kollektion präsentieren lies - um einen kurzfristigen Hype, sondern - so die Trendagentur The Future Laboratory - um die Erkenntnis, dass die üblichen mageren, spätpupertären Models die zahlende Kundschaft um die 40 nicht wirklich ansprechen.

So lief - laut FT.com - die 43-jährige Kristen McMenamy für Calvin Klein und die46-jährige Elle Macpherson für Louis Vuitton über die Laufstege.

Mal sehen, ob man künftig auch in den Kampagnen mehr reifere Models sehen wird.

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Jogis Glückspulli hat Lieferzeit


Wie man aktuell dem Strenesse Online Shop (hier) entnehmen kann muss man derzeit ca. 4 Wochen warten, um Jogis Glückspulli selbst tragen zu dürfen (Screenshot).

Unser Bundestrainer hat versprochen, ihn auch heute wieder zu tragen, seinen blauen Glückspulli. Wer nicht das Glück hat, zum Trainer-Team unserer Nationalelf zu gehören muss leider noch mindestens vier Wochen warten, um den schicken Wärme- und Glücksspender aus "Babykaschmir" selbst testen zu können.

Da erzähle mir noch mal einer, Product Placement sei "sooo eighties".

Und wie wird Designer Michael Michalsky zitiert: „Wenn die Nationalmannschaft so spielt, wie er (Jogi Löw) sich kleidet, dann müssten wir die EM gewinnen.“

Zuerst gelesen bei Thomas Kochs ufomedia (hier).

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Montag, 5. Juli 2010

Nicht neues unter Sonne


Original-Ausschnitt aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung vom 24.08.1940.

Bei der Arbeit an einem Projekt fiel mir dieser Artikel aus einer deutschen Tageszeitung aus dem August 1940 auf. Er berichtet in blumigen Worten über die Schau des Deutschen Damenschneiderhandwerks auf der Leipziger Messe, der Vorgänger von CPD, Bread & Butter und Co.

Interessant ist, dass es schon vor 70 Jahren offensichtlich um die gleichen Themen ging: "Prinzessform, blusig angeschoppte Taille, ... Tunika (!!), Jumperschnitt, laute gute alte Bekannte in immer wieder neuartiger Ausgestaltung ...". Auch das Thema Webpelze, statt echten Tierhäuten, schien schon damals politisch korrekt.

Die Modemacher sind halt Weltmeister im Sich-selbst-neu-erfinden und Mode ist in Wahrheit ein bombastischer Receycling-Kreislauf.


Mittwoch, 30. Juni 2010

Sandalen-Kunst


Zwei Motive der neuen Kampagne für die Thai-Sandalen der Firma Gambol.

Und noch eine Gummisandale, die sich mit Kunst verkaufen möchte. Die wortkarge aber Bild-starke Kampagne von Spa-Hakuhodo, Bangkok soll wohl das Gefühl ausdrücken, dass arg strapazierte Füße in geschlossenen Schuhen nach einem langen Tag haben müssen. Ich find's im positiven Sinne merk-würdig. und auch auf den dritten und vierten Blick noch sehenswert.

Ich habe übrigens eine ganze Zeit gebraucht, bis ich das Produkt gefunden habe.

Zuerst gesehen bei Scary Ideas (hier).


Gummilatschen goes Color


Ohne großen Kommentar: Auch die neue Kampagne der Lifestyle-Flip-Flops kann wieder überzeugen und macht Lust auf neue Farben.

Alle Motive der neuen Kampagne bei Scary Ideas (hier).

Meine älteren Post über die Kampagnen der Havaianas (hier)


Virales Marketing für Premium-Marken?


Viral-Marketing ist Mundpropaganda auf Steroiden (Abbildung: www.brandinfiltration.com).

Gibt es etwas schöneres für Fashion- und Lifestyle-Marketers, als wenn ihre geliebten Kampagnen und Kollektionen ein Eigenleben bekommen und sich mit Hilfe der treuesten Marken-Evangelisten in deren scheinbar grenzenlosen sozialen Netzwerken wundersam verbreiten? Ob nun on- oder offline, Mundpropaganda ist doch etwas, was alle Marketing-Leute lieben. Der heilige Gral der Kommunikation. Pures Gold, wenn loyale Kunden sich ein Stück unserer Markenbotschaften schnappen und dafür sorge tragen, dass sie sich Virus-artig in ihren Kreisen verbreiten.

Viele denken allerdings bei "viraler Kommunikation" eher an explodierende Mentos in Coke Light-Flaschen oder den Fahrlehrer-mimenden Horst Schlemmer. Denken an schnelldrehende Massenprodukte und Katzenfilme auf YouTube. Aber mit Sicherheit NICHT an Premium-Marken in Lifestyle-Segment. Aber wie können Premium-Marken ihren elitären Status wahren und trotzdem ihre Umsätze mit Hilfe kostengünstiger viraler Strategien und Techniken ausbauen?

In Wahrheit gibt es bereits unzählige, sehr erfolgreiche virale Kampagnen für High-End-Marken. Nur leider bisher kaum von den Marken selbst initiiert und gesteuert. Es sind die Prestigemarken-orientierten Blogger und Twitterer, die sich beispielsweise über Fotos von Prominenten hermachen, die Luxusmarken tragen und diese in ihren Netzwerken mit wohlwollenden Kommentaren verbreiten. Es sind die Fashionistas die in ihren Posts und Tweets mit großer Begeisterung neue Designer-Produkte vorstellen und empfehlen; untermalt durch Produktabbildungen und YouTube-Videomaterial, die sie sich auch auf den Websiten der Designer-Marken erbeuten. Blogger sind viel glaubwürdiger als Unternehmen und sprechen die Sprache ihrer Anhänger (Neudeutsch: "Follower").

Beunruhigend für diese Marke ist allerdings, dass sie keinerlei Kontrolle darüber haben, wie und in welchen Zusammenhängen und Umfeldern ihre Marken in solchen Sozialen Plattformen präsentiert und kommentiert werden. Kontrolle über das Image und den Auftritt der Marke in den Online-Medien ist aber gerade für Premiummarken unerlässlich. Um ein repräsentatives Bild der Marke auch in der digitalen Welt sicherzustellen, lässt sich aber gottseidank einiges tun:

(1.) Bilden Sie Blogger-Partnerschaften. Identifizieren Sie die einflussreichsten Blogger in Ihrem Markt oder angrenzenden Märkten, wenn Sie eine Lifestyle-Marke verantworten. Gehen Sie auf diese einflussreichen Multiplikatoren zu. Mit Ideen, exklusivem Material, Hintergrundinformationen, spannenden Themen aus seinem Kompetenz- oder Interessenfeld etc.). Bieten Sie einen Dialog an. Tauschen Sie attraktiven Medieninhalte gegen Mundpropaganda. Christian Dior hatte kürzlich eine erfolgreiche Blogger-Kampagen umgesetzt, um Aufmerksamkeit (Neudeutsch: "BUZZ") für eine 10-tägige Online-Auktion bei den richtigen Zielgruppen zu erzeugen.

(2.) Stellen Sie attraktiven Multimedia Content zur Verfügung. Ergänzen Sie ihr digitales PR-Material um Multimedia-Inhalte. In Formaten und auf Plattformen, die sich leicht downloaden, einbinden und verlinken lassen. Interessanter und exklusives "Behind-the-Scenes"-Material, exklusive Interviews mit prominenten Markenbotschaftern, Previews von Werbespots etc.

(3.) Beobachten Sie die Social-Media-Präsenz ihre Marke genau, aber versuchen Sie nicht, aktiv Einfluss zu nehmen z.B. durch anonyme Kommentare in den Blogs, entlarvende, werblich formulierte Posts oder gar durch Drohungen mit Ihren Anwälten. Das Jack Wolfskin-Beispiel zeigt anschaulich, wie sich eine ganze einflussreiche Community gegen Sie stellen und empfindliche Umsatzeinbußen auslösen kann. In solchen Fällen sollten Sie sich besser an erfahrene Spezialisten wenden.

(4.) Integrieren Sie moderne interaktive Funktionalitäten in Ihre Website, Ihre Microsites bzw. Ihr Social-Media-Profil (Stichwort "Web 2.0"). Hier gibt es viele neue Technologien, die es Ihnen erlauben innovative und nützliche Tools und Anwendungen anbieten zu können. Revlon bietet z.B. eine innovative wie nützliche Anwendung an, die es dem User erlaubt ein Foto von sich hochzuladen und verschiedene Makeup-Stile an sich selbst auszuprobieren.

(5.) Machen Sie Ihre Website gut findbar (Stichwort: "Suchmaschinen-Optimierung) und Ihre Inhalte leicht verlink- und zitierbar

(6.) Suchen Sie sich erfahrene Profis, die Ihnen helfen herauszufinden, was die neuen digitalen Kommunikationsformen für Ihre Premium-Marke tun können und wie Sie eine passende Social-Media-Marketing-Strategie für Ihre Marke entwickeln und umsetzen können.




HUGO BOSS goes mobile


Nun hat auch HUGO BOSS eine eigene App für iPad und iPhone (Foto: Apple App-Store).

Wie die Fachzeitschrift W&V heute in ihrem E-Paper berichtet hat nun auch Hugo Boss eine eigene iPad- und iPhone-App herausgebracht. Kernstück der App soll ein eigens entwickeltes "eMagazin" werden, dass man bei der Stutgarter Agentur Werbewelt in Auftrag gegeben hat.

Ich habe die iPhone-App mal kurz angetestet und neben den üblichen Fashion-Features, wie Fashion-Show-Videos mit tausendfach gesehenen "Behind-the-Scenes"-Bonus-Material und Kollektions-Katalogen nicht viel neues entdeckt. Besonderen Nutz- und Neuigkeitwert hat einzig und allein der so genannte "Color Matcher". Hier kann der User ein Foto eines beliebigen Kleidungsstücks schießen und sich farblich passende Teile aus den Boss-Kollektionen vorschlagen lassen. Auch der Geolocation-abhängige Storefinder hat gewissen Nutzwert.


Feature mit Nutzwert, der Color Matcher (Foto: Screenshot).

Ins Mobile Marketing einzusteigen ist auch oder gerade für Fashion und Lifestyle-Marken sicher ein erster richtiger Schritt, aber mit austauschbaren Null-Acht-Fünzehn-Features aus dem Web 1.0-Zeitalter wird man kaum User generieren. Hier wäre weniger mit mehr Nutz- und Unterhaltungswert mehr gewesen.

Die Boss-App gibt es im iTunes-App-Store (hier)


Mittwoch, 16. Juni 2010

150 Euro-Nagellack von Chanel


Der grau-lilafarbene Chanel Particulière 500 (links) ist auffällig unauffällig. 22 Euro kostet das Fläschchen - soweit der Lack irgendwann nicht mehr ausverkauft sein sollte. Ansonsten ersteigert man eines der begehrten Fläschchen für 150 Euro im Internet. (Foto: Chanel).

Wow! Das nenn' ich mal Produktbegehrlichkeit! Auf stolze 150 Euro soll der Kurs für den neuen IT-Nagellack von Chanel laut Welt Online gestiegen sein. Dabei kostet das Fläschchen der gefragten Sorte 505 Particulière, in Grau-Lila im Laden laut Preisliste eigentlich nur 22 Euro. Aber im Laden gibt's die begehrte Farbe nicht mehr. Ausverkauft. Lieferzeit unbekannt. Bei Douglas soll es lange Wartelisten geben.

Wie erzeugt man solch einen Hype? Chanel hatte dieses speziellen Farbton extra für Karl Lagerfelds Herbst-Winter-Kollektion angemischt, um den passenden Lack für die Jade-besetzten Accessoires der Kollektion zu haben. Aufgrund vieler Nachfragen entschied man sich, ein kleine Menge für den Markt zu produzieren. Und Limitation schafft bekanntlich Begehrlichkeit.

Interessant für die Branche scheint mir hier auch, dass (1.) Nagellack selbst scheinbar immer mehr auch zum modischen Accessoire wird und (2.) Bedarf entsteht, die Farbe des Nagellacks exakt auf seine Accessoires (Schuhe, Handtasche etc.) abzustimmen.


Bereits 1995 kreierte Chanel mit "Rouge Noir" eine Kult-Lack, indem man Uma Thurman mit er auffälligen Farbe in Pulp Fiction zeigte. Noch heute ist "Rouge Noir" der meistverkaufte Nagellack von Chanel.

Der Original-Post bei Welt Online (hier).