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Montag, 20. Juni 2011

Kundenmitbestimmung 2.0

Crowdsourcing.jpg

Crowd Sourcing wird immer beliebter, auch in der Fashion-Industrie (Foto: LEGO).

Unter der Headline "How Social Shopping Is Changing Fashion Production" schreibt Lauren Intvik von Mashable über die neuen Möglichkeiten, Modekunden teilhaben zu lassen, an der Entscheidung, welche Modelle letztlich in den Handel gelangen und sogar über das Design mitzuentscheiden.

Accessoire-Designerin Rebecca Minkoff und Burberry Chief Creative Officer Christopher Bailey werden zitiert und haben gute Erfahrungen mit der frühen Einbindung potenzieller Kunden in den Auswahl- und Designprozess gemacht.

Social Media hat die interaktive Einbindung von Kunden in Design und Kollektionszusammenstellung letztlich deutlich vereinfacht. "Social Shopping", Crowd Creation" oder "Crowd Sourcing", wie Marketing-Profis diese neuen Involvement-Techniken auch nennen, also Marketing-Konzepte bei denen die aktive Beteiligung der Kunden und die persönliche Beziehung sowie die Kommunikation der Kunden untereinander im Vordergrund stehen, sind nicht nur in der Modeindustrie auf dem Vormarsch. Vorteile sind unter anderem:

  • ein deutlich höheres Involvement potenzieller Kunden
  • eine höhere Kollektionssicherheit
  • kostenloses Empfehlungsmarketing
  • Feedback über die Präferenzen der Zielgruppe
  • Umgehung und/oder Überzeugung von konservativen und übervorsichtigen Einkaufsentscheidern im Handel

Allerdings kann und soll Social Shopping die originäre und kreative Leistung der Designer nicht ersetzen. Nur sie sind letztlich in der Lage, ein Fashion-Label visionär und stringent in die Zukunft zu führen.

Der Original-Beitrag bei Mashable (hier.)
Ältere Posts über Crowd Sourcing bei (B)Advertising With Style (hier).

Mittwoch, 9. März 2011

E-Commerce, neu erfunden


Designer Derek Lamm nutz eBay-Kunden um die finale Kollektion zusammenstellen zu lassen (Foto: Screenshot).

In ihrem wirklich interessanten Post mit dem Titel "

"How Fashion Retailers Are Redefining E-Commerce With Social Media" beschreibt Marketing Direktor Alisa Gould-Simon, wie ausgefuchste Online-Mode-Händler die Möglichkeiten von Social Media effektiv für sich nutzen. Konkret geht es hier um erfolgreiche so genannte Crowdsourcing-Strategien und den Reiz von Exklusivität in einem Massenmarkt. Sie beschreibt zum Beispiel wie man potenzielle Kunden an der Entscheidung beteiligt, welche Teile einer Kollektion tatsächlich in den Handel kommen und wie man ängstliche Einkäufer umgeht und als "Pretailer" begehrte Ware direkt vom Laufsteg verkauft.

Zur eBay-Crowdselection-Microsite von Derek Lamm geht's (hier).


Freitag, 6. August 2010

User-generated Backcountry


Backcountry.com - Outdoor-Gear-Onlinehändler mit Händchen für Web 2.0.

Ein gutes Beispiel dafür, das authentischer, offener Umgang mit seiner Marken-Community viel zur Markenbindung und letztlich zum Markterfolg beitragen kann, liefert der US-amerikanische Outdoor-Ausstatter Backcountry. Seit 2008 überlässt man dort einen wichtigen Bereich der Website komplett der Verantwortung seiner User: "Ähnlich wie bei Amazon darf jeder Kunde bei Backcountry.com im sogenannten „Gear Guru Leaderboard“ Testberichte verfassen. Doch das Vertrauen in die User geht noch weiter: Sie stellen Fotos ein, diskutieren Produkte, stellen Fragen und geben Rat. Auch die Hersteller und Händler dürfen mitreden, sind allerdings als solche gekennzeichnet.", so der Post bei F+K. Mit Hilfe eines ausgeklügelten Punktesystems, werden die User motiviert möglichst hilfreiche, ausgewogene und sinnvolle Beiträge zu posten.


Mit der so genannten Gear List können Kunden anderen zeigen, mit welchen Backcountry-Produkte sie selbst unterwegs sind.


Im Backcountry Blog diskutieren User über relevante Themen. Völlig unzensiert.


Das Backcountry Leaderboard listet die aktivsten Usern mit den beliebtesten Beiträgen.

Offenheit und Ehrlichkeit werden offensichtlich belohnt. Zum Beispiel mit kostenloser Markt- und Trendforschung, User-generated Content, wertvollen Tips, Ideen und Wünschen der User und letztlich mit treuen Kunden und steigenden Umsätzen.

Kundenbindung und Crowdsourcing im Web 2.0.

Die Website con Backcountry (hier).

Der Link zum lesenswerten Post über Backcountry bei Foerster+Kreuz mit vielen weiteren Links zum Thema hier: Backcountry

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Dienstag, 18. August 2009

Turnschuh-Monster


Apropos ungewöhnliche Kampagnen: Zuerst dachte ich, hier hat sich doch einer einen Scherz erlaubt. Aber ich habe es recherchiert, diese Kampagne wird wirklich geschaltet!

Irgendwie bin ich ambivalent, der Kampagne gegenüber. Einerseits könnte man meinen, so eine Idee kommt einem nur, wenn man seine Nase zu lange und zu tief in den nicht mehr ganz frischen Converse steckt, andererseits ein echter Hingucker, zielgruppengerecht und von der Idee her durchaus auf dem Briefing.


Beworben wird der so genannte Converse Customize-Service der hippen Sneaker-Marke (im Internet hier). Keine ganz neue, aber durchaus erfolgreiche Idee. Converse-Fans, die sich von der Masse abheben wollen, designen online ihre eigenen "Cons", die dann garantiert einmalig sind und ein paar Tage später ins Haus flattern.

Verbunden mit dem obligatorischen Style-Contest lernt der Hersteller gleich eine Menge über die Wünsche seiner Kunden und kann künftige Kollektionen hierauf abstimmen. "Crowdsourcing" nennt man das.


Mittwoch, 8. April 2009

Discount Agenturen II

Hatte mich im März ja schon mal zu dem Thema Discount-Agenturen geäussert. Damals war ich über das Angebot www.openad.net gestolpert, eine Plattform, die Werbetreibenden die Möglichkeit bietet, eine Kommunikationsaufgabe über die Plattform international und breit pitchen zu lassen.

Nun greift die W&V (Ausgabe 14/2009, Seite 31) das zweischneidige Thema auf. Hier eine Liste der im Artikel erwähnten Kreativ-Outsourcing-Plattformen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, kreative Profis mit Auftraggebern zusammen zu bringen:

www.crowdspring.com
www.criggle.de
www.jovoto.com
www.designenlassen.de
www.trawlix.de
www.12designer.com

Die Plattformen haben unterschiedliche Geschäftsmodelle. Bei Jovoto und Trawlix muss der Auftraggeber bereits für den Ideenfindungsprozess bezahlen. Über die beste Ideen entscheidet bei Jovoto laut W&V nicht der Auftraggeber, sondern die etwa 2000-Mann starke Community. Prominente Kunden bei Jovoto: Deutsche Bahn und die SPD über ihre Agentur A&B Face2Net.

Bei Trawlix können Werbetreibenden anonym bei 750 Kreativen nach Ideen suchen lassen und dürfen selbst entscheiden, welche Ideen am besten passen.

Bei designenlassen und 12designer sind Logos wohl schon ab 70,-€ zu haben, was bei einem professionellen Corporate Designer erst bei ca. 5.000,- € Honorar anfängt.

Sind diese Creativ-Community-Plattformen nun ein weiterer Sargnagel in der Abwärtsspirale der Honorare für Kreativdienstleistungen oder nur eine billiger Notnagel für anspruchslose Mittelmaßmittelständler? Würde mich sehr interessieren, wie die Kunden unter den Lesern das sehen.

Ob es sich bei den erwähnten Plattformen allerdings wirklich, wie Judith Pfannenmüller vom Werbefachblatt schreibt, um "Crowdsourcing" handelt, möchte ich bezweifeln. Geht es doch beim echten Crowdsourcing darum, kreative Leistungen von möglichst vielen Laien und ohne Endgeld zu ergattern. Bei den im Artikel genannten Web-Plattformen arbeiten im allgemeinen Profis und werden schließlich - mal mehr, mal weniger - für ihre Arbeit bezahlt.

[Nachtrag vom 20.04.2009]: Soeben lese ich bei "Off The Record" über das durch eine Anfrage bei Jowoto entstandene Logo für Frank-Walter Steinmeier und die frappierende Ähnlichkeit mit dem Zott- und dem Hoover-Logo.