Samstag, 2. Mai 2009

Unter ferner liefen

Am vergangenen Wochenende traf sich ja wieder mal Deutschlands Kreativ-Elite in Berlin, um sich selbst zu feiern aber vor allem um sich selbst zu jurieren und Nägel zu vergeben, den wohl begehrtesten deutschen Kreativ Award.

Akzeptiert man die ADC-Jury als kompetente Instanz in der Bewertung von kreativer Werbung und die ADC-Nägel und Auszeichnungen als Währung für kreative und ideenreiche Kampagnen, dann ist es schlecht bestellt um Deutschlands Modewerber. In die erlesene Gesellschaft von Marken, die in diesem Jahr mit insgesamt 176 Nägeln und 270 Auszeichnungen geadelt wurden schafften es nur gerade mal zwei! Modemarken:


Mehre Auszeichungen für die Anzeige "Keith Richards" aus der Celebrity-Kampagne von Louis Viutton bzw. Ogilvy, Paris. Diese wunderbare Kampagne schafft es, eine der meist ge-fake-ten Marken für die wahre Zielgruppe begehrlich zu halten. Einfach unglaublich und doch irgendwie glaubwürdig, dass Keith einen Gitarrenkoffer von der französischen Edelmarke besitzt und Tee aus Wedgewood-Tässchen schlürft, während er sich auf den nächsten Gig vorbereitet.


Und immerhin eine Auszeichnung für den wirklich liebevoll und ideenreich gestalteten erotisch-interaktiven Adventskalender von blush Dessous und balls Männerwäsche "thebookoflove.de" von glow, Berlin.

Ich möchte hier ganz bewusst mal den alten Streit beiseite lassen, ob die Auszeichnung durch eine ADC-Jury nun gleichbedeutend sei mit einer erfolgreichen Kampagne. Unstrittig ist aber, dass in Berlin Ideenreichtum und Kreativität belohnt werden. Und davon gibt es offensichtlich nicht viel in der Fashion- und Lifestyle-Welt. Einer Branche die, wie ich erinnern darf, doch eigentlich davon lebt, kreativ zu sein und neue, auch kulturelle, gesellschaftliche Impulse zu setzen. Aber offensichtlich werden Mut und Kreativität in den Designetagen der großen Modemarken eingeschlossen und dringen leider nicht in die Marketing-Etagen vor. Aber: Neues Jahr - neues Glück!

[Nachtrag vom 14.05.2009]: Auch bei den Clio Awards 2009, dem großen internationalen Bruder des ADC-Preises, konnte ich unter den Gewinnern keine einzige Mode-Kampagne entdecken!


Montag, 27. April 2009

Spuren im Sand


Clutch mit Kette, von Dolce & Gabbana. Unten: Pochette von Roger Vivier. Foto: Rafael Krötz

Dass schicke Handtaschen schon mal Eindruck hinterlassen, muss eigentlich nicht geschrieben werden, aber dass jemand auf die Idee kommt nur deren Ein- bzw. Abdruck zu fotografieren ist schon originär und kreativ. Ich wünschte, die Verantwortlichen in Marketingetagen der Fashion- und Lifestyle-Unternehmen hätten mal den Mut, ihre neuen Kollektionen so zu bewerben. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der potenziellen Kundinnen und (auch nicht unwichtig) der Journalisten wäre ihnen sicher. Würde eine solche Kampagne nicht auch Neugier wecken und die Kundinnen in die Läden treiben, um die neue Kollektion life zu begutachten? Und würde das nicht die Händler kolossal erfreuen?


Beuteltasche von Louis Vuitton. Foto Rafael Krötz.

Schade, dass es meistens die Redaktionen und nicht die Unternehmen sind, die solche Ideen voran treiben.


Gewobene Tasche von Kenzo. Foto: Rafael Krötz

Ich stolperte über diese ungewöhnliche Fotostrecke im letzten SZ-Magazin. Mehr eindrucks-volle Fotos von Rafael Krötz auf der Website der Süddeutschen Zeitung.


Donnerstag, 23. April 2009

Liebe zum Detail


Hatte schon im März unter dem Titel "Kognitiver Dissonanzverstärker" über die Marke Scotch & Soda und ihre Liebe zum Detail "gepostet" (Virtual-Neudeutsch für "einen Blog-Beitrag schreiben").


In einer Zeit, wo alle Modehersteller zusehen, wie sich noch ein wenig Geld sparen und die Marge halten lässt, beweist das niederländische Casual Label, wie man Mehrwert und Begehrlichkeit schafft indem man auch auf die Details achtet.


Wie die Scans meiner am Wochenende erstandenen Used-Look-Shorts erkennen lassen, finden sich an allen Ecken und Kanten, (Verzeihung!) Nähten wunderbare, kleine und natürlich eigentlich völlig überflüssige Labels mit mehr oder weniger sinnvollen Botschaften. "Be nice to People" steht da in einem winzigen orangen Label in goldener Schrift gestickt.


Die Rotstift-Ritter in den Chefetagen der Modemarken werden jetzt den Kopf schütteln und vorrechnen, was das Produzieren und Einnähen allein dieses Labels kostet und (noch wichtiger!) um wie viel das die Marge drückt. Recht haben sie. Aber ohne diese liebevollen Details hätte ich mich nie in das Label verliebt und wäre auch wohl nie Kunde geworden. Und das hätte Marge doch wohl gegen Null gedrückt.


Wie ich schon unter dem Thema "Will ich Billig?" schrieb: Sind Mehrwertstrategien gerade in schwierigen Zeiten immer eine gute Wahl. Das, was die Scotch-Designer da mit viel Freunde tun, zeigt mir dass man bei der Marke auch und gerade auf's Detail achtet und den Humor nicht verliert. Das will ich gerne unterstützen. Und mit mir sicher viele mehr.


Mittwoch, 22. April 2009

Lead Awards für Modekampagnen

Hatte ja die Lead Awards schon im Zusammenhang mit den prämierten Modefotografen erwähnt. Wer Awards gewonnen hat kann man hier nachlesen.

Heute möchte ich kurz die dort ausgezeichneten Modewerbekampagnen erwähnen. Hier zuerst die Plätze:


Foto: American Apparel Inhouse

American Apparel erhielt Golf in der Kategorie "Anzeigenkampagne des Jahres" und Bronze in der Kategorie "Anzeigenmotiv des Jahres".


Foto: Lee
Lee belegte mit der Kampagne "Make History" den zweiten Platz in der Kategorie "Anzeigenkampagne des Jahres"


Foto: Estevanoriol für Vans
Vans gewann Gold in der Kategorie "Anzeigenartdirection des Jahres".


Foto: Peter Lindbergh for H&M
H&M wurde für die Kampagne zur Comme des Garcon-Kollektion mit Silber in der Kategorie "Anzeigenartdirection des Jahres" ausgezeichnet.


Foto: Terry Richardson für Tom Ford
Tom Ford bekam Silber in dieser Kategorie. Die ganze Kampagne hier.

Möchte die Kampagnen und die vermeintlichen Gründe, warum sie den Lead-Awards-Juroren Gold oder Silber wert waren hier gar nicht weiter kommentieren. Der Mehrwert solcher Hingucker erschließt sich wohl von selbst.


Dienstag, 21. April 2009

Aktion: Ein Herz für Blogs


Selbstverständlich möchte auch ich die Aktion "Ein Herz für Blogs" unterstützen. Blogs, die ich lesenswert finde kann man in der rechten Spalte (weiter unten) unter "Blogs, die ich regelmäßig lese" anklicken.

Mehr über die Aktion hier.


Will ich Billig?


Gestern hatte ich ja versprochen, mich nach und nach den drängenden Fragen anzunehmen, die wohl den meisten Marketingverantwortlichen der Fashion- und Lifestyle-Marken dieser Tage durch den krisengeschüttelten Kopf gehen.

Kann ich, soll ich, darf ich die Preise senken, um den stagnierenden Absatz wieder auf die Sprünge zu helfen?

Die Antwort lautet: Kommt d'rauf an.

Natürlich sind Preissenkungen ein probates Mittel, um die Kaufschwellen herabzusetzen und Impulskäufe auszulösen. Seit Geiz geil ist sind sich selbst Gucci-Jünger nicht zu fein, den vermeintlichen Schnäppchen nach zu jagen. Möglicherweise verschafft die Preisreduzierung auch neuen Käuferschichten Zugang zu der bisher unerschwinglichen Marke und steigert so das Absatzpotenzial.

Sabine Fidler berichtet in der Textilwirtschaft vom 16.04.2009 (Seite 43) von Neuroökonomen, die herausgefunden haben wollen, dass: "... das menschliche Hirn auf Rabattschilder genau so reagiert wie auf Drogen. Im Hirnareal, dass das eigene Verhalten kontrolliert, lässt die Aktivität nach und dort, wo die Erwartung einer Belohnung gesteuert wird, zeigt der Kernspintomograph buntes Treiben." Also der Traum des Einzelhändlers: Lustgesteuerte Kaufwillige Kundinnen mit temporären Brieftaschenkontrollverlust.

Nun locken Marken (zumindest hoffentlich) mit einen relevanten Mehrwert gegenüber markenloser Discount- und Handelsware, der in der Regel abseits vom besonders günstigen Preis liegt. Das haben die Kunden gelernt und auch weitestgehend akzeptiert. Auch, dass bekannte Modemarken grundsätzlich teurer sind, als ihre namen- und markenlosen Alternativen. Senken Sie nun die Preise, ohne den Kunden eine nachvollziehbare Begründung hierfür zu geben, riskieren Sie, dass Ihre wertvolle Marke an Glaubwürdigkeit verliert. "Habe ich bisher denn immer zu viel für die Marke bezahlt?"

Tipp: Wenn Sie sich für das (letzte) Mittel der Preisreduzierung entscheiden, dann geben Sie den Kunden immer eine nachvollziehbare Begründung und achten Sie auf eine zeitliche Beschränkung des Price-Offs.

Haben sich die Käufer erst mal an ein niedriges Preisniveau gewöhnt, ist es verdammt schwer und bedarf es substanzieller Marketinginvestitionen, um das Preisniveau wieder auf das bisherige Level anzuheben! Habe ich einen Artikel eine zeitlang für 99,- € statt 189,- € bekommen ist er bald auch nur noch 99,- € wert.

Gerade im lukrativen Luxussegment wollen sich Kundinnen auch über den Besitz einer Marke, die dem (Verzeihung!) Plebs nicht unbedingt zugänglich ist von selbigen elitär abheben. Rennen einem plötzlich Kreti und Pleti mit der geliebten Marke über den Weg, ist es vorbei mit dem Mehrwert der sozialen Abgrenzung, die Marke ist für diese kaufkräftige Zielgruppe verbrannt. Mann achte nur auf die wundersame Vermehrung der Ed-Hardy-T-Shirt-tragenden Türkeiurlaubsheimkehrer.

Tipp: In der Regel besser als Price-Off-Aktionen sind Mehrwert- (so genannte Value- oder Zugabe-) Aktionen. Schon, weil nicht nur der Absatz sondern auch der Umsatz oben bleibt. Mehrwerte können sein: kostenloser Änderungsservice, Kulante Rücknahmeangebote, Treuerabatte, 3-für-2-Aktionen, Rabatte auf den Kauf kompletter Outfits etc. Werden Sie kreativ (oder lassen Sie sich von Profis helfen)!

Auch wenn Rabattaktionen ein probates Marketing-Tool zur Absatzsteigerung sind, leiden jedoch immer Marke und Marge. Deswegen sollten Preisreduzierungen immer zu den wirklich letzten Marketinghilfsmittel gehören, die in der Not angewendet werden.


Montag, 20. April 2009

Kurshalten in der Krise?

"Muss ich die Positionierung der Marke anpassen?" "Wie sollten die Designer mit der Kollektionsaussage verfahren?" "Soll bzw. darf man an Qualität, Ausstattung und Werbung sparen, um die Marke erschwinglich zu halten?" "Braucht es eine neue Werbe-Message?" "Soll man die Krise überhaupt thematisieren?" "Darf man konsummüde Kundinnen mit Rabatten locken?" Fragen, die sich sicher die meisten Verantwortlichen bei den großen und kleinen Fashion- und Lifestyle-Marken stellen. "Wie sollen wir in der Finanzkrise mit unserer Marke, unserer Kollektion und unserer Marketingstrategie agieren?" Schließlich geht es nicht nur um's blanke Überleben, sondern darum, aus der Krise als Gewinner hervorzugehen und die lieben Mitbewerber hinter sich zu lassen.

Hilfe bei der Beantwortung dieser wichtigen Fragen möchte ich hier in den nächsten Posts und Tagen geben. Dabei werde ich sowohl zu interessanten Posts anderer Experten verlinken als auch meine persönlichen Ratschläge abgeben.


Hochzeitsfotos mal anders


Ein weiteres Fundstück zum Thema gut gemachte Kampagnen: Die Anzeigen von Agent Provocateur zur neuen "Bridal Lingerie"-Kollektion.

Erst mal Hut ab, vor den Kreativen und dem Kunden, die dem Impuls widerstanden, klassische Hochzeitsthemen zu inszenieren. Dann, Glückwunsch zur Kampagnenidee ("The Brides of Ulysses"). Die typischen Posen der "Sirenen" erinnern an historische Heldinnen-Darstellungen in Geschichtsbüchern und Stummfilmen. Bei diesem Anblick hätte es sogar Odysseus Fesseln gesprengt und er wäre mit Wonne vom Kurs abgefallen und in den Hafen der Ehe geschippert.


Fotos: Agent Provocateur
Immer wieder schön, zu sehen, dass einige Modemacher weiter danach streben, sich vom Wettbewerb klar abzusetzen und immer wieder Ungesehenes und Überraschendes im Rahmen ihrer aufmerksamkeitsstarken Kampagnen präsentieren.

Eine Suchabfrage bei Google zeigt auch gleich, wie viel an kostenlosem PR-Hype eine Agent Provocateur-Kampagne zu entfesseln in der Lage ist.

Mehr Motive aus der Kampagne hier im "Fashionising"-Blog.


Donnerstag, 16. April 2009

Tupper-Parties für Recessionistas

"Shop 'n' Swap", wieder so eine neue Wortschöpfung und möglicherweise eine weitere Bedrohung für die kriesengebeutelte Fashion-Industrie und den häufig ideenlosen textilen Einzelhandel.

Auf so genannten Shop 'n' Swap-Events treffen sich findige Recessionistas, um hochmodische Accessoires und erst kürzlich erstandene Schnäppchen zu tauschen. Auf diese Weise können die modebewussten Sparbrötchen ständig neue Looks kreieren, ohne ihr sauer verdientes Geld der verzweifelten Fashion Industrie in den Rachen werfen zu müssen.

Wie viele dieser Klamotten-Swap-Gruppen es schon gibt, weiß keiner aber die Google-Map der Community-Webplatform "meetup" zeigt alle eingetragenen Shop 'n' Swap-Gruppen mit regelmäßigen Treffen.

Auf der Site von Cincy Chic kann man die wichtigsten Regeln für solche Klamottentausch-Treffen nachlesen. Hier finden sich auch einige Links zu TV-Berichten über das Thema.

wikiHow.com hält unter "How to hold a Swap Party" eine praktische Checkliste bereit.


YouTube-Beitrag über Swap-Parties

Die Daily Mail berichtet auf ihrer Online-Plattform unter der Headline "Why swapping is the new Shopping" ausführlich über das Phänomen.

Ähnlich wie bei Tupper-Parties, macht das soziale Zusammentreffen den eigentlichen Reiz der Swapping-Events aus. Gleichgesinnte Recessionistas kennen lernen und über Mode quatschen. Da kann Ebay nicht mithalten und eine ernstzunehmende Recessionista spart ja auch, wo sie kann.


CBS-Bericht über eine Clothing Swap-Party

Überhaupt scheint der Reiz des Swapens in dem Gesamterlebnis und der sozialen Interaktion zu liegen, so der Soziologie-Professor Frank Furedi im oben genannten Dailymail-Artikel, dass dem des durchschnittlichen Klamottenkaufs im Laden bei weitem überlegen scheint.

Um das Swapen zu vereinfachen gibt es auf den Veranstaltungen häufig eine Art Tauschwährung (spezielle Münzen oder Coupons), die man dann meist am selben Abend gegen neue Teile eintauschen muss.

Cloth Swapping hilft auch dabei, das Gewissen zu erleichtern. Denn die Sucht, den immer schnelllebigeren Modetrends zu folgen und Wegwerf-Klamotten à lá H&M zu kaufen, verträgt sich schlecht mit immer wichtiger werdenden Werten wie Nachhaltigkeit und Umweltverträglich. Da kommt der Swapping-Gedanke den modebegeisterten LOHAS gerade recht. Swapping erlaubt es, sich von den Klamotten zu befreien, die nicht mehr der letzte Schrei sind und den Kleiderschrank aufzuwerten, ohne sich von Schuldgefühlen und Gedanken an wachsende Müllberge und die Ausbeutung der weltweiten Ressourcen plagen lassen zu müssen.


Mischa Barton auf dem Visa-Swapping-Event [Foto:Dailymail.co.uk]

Nicht nur die selbsternannten Fashion Victims sehen so dem nächsten Schnäppchenkauf erleichterter entgegen, auch die auf ihr Nachhaltigkeitsimage bedachten Unternehmen springen nach und nach auf den Swapping-Zug auf. So gab es in London bereits einen VISA Swap-Event, in Zusammenarbeit mit TRAID (Textile Receycling for Aid and International Development) und prominenter Beteiligung (siehe Foto). Bei VISA plant man wohl schon den weltweiten Rollout der Idee.

Für alle, die keine Lust oder keine Möglichkeit zu privaten Swap-Parties haben gibt es selbstverständlich Alternativen im Web. So bieten z.B. SwapTreasures und SwapStyle swap-willigen Couch Potatoes online Swap-Parties an.

Inwieweit der Kult um die Swap-Parties die Absätze des Handels wirklich beeinflusst lässt sich noch schwer einschätzen. Findige Händler bieten allerdings bereits abendliche Swap-Parties in ihren Geschäftsräumen an und versuchen so die Kundenbindung zu stärken.


Mittwoch, 15. April 2009

Crocs in nachhaltig sexy

Eco Fashion by Vivienne Westwood! Möglich gemacht vom Brasilianischen Schuhanbieter Melissa.

Da sage doch mal einer (a.) dass sich die Götter der Oberflächlichkeit nicht um Nachhaltigkeit bemühen und (b) dass Öko-Schuhe nach alten WG-Socken müffeln müssen. Diese hier jedenfalls riechen nach Gummi aber versprühen den Duft der großen, weiten Modewelt.

Diese High Heels sind wasserdicht, falls man durch Champagner-Pfützen staksen muss oder zu später Stunde in den Pool springt und schon vergessen hat, die Pumps auszuziehen.

Die Dragons sind erhältlich bei Epaulet. für ganze 149,- USD

Das Konzept von Melissa ist einfach: super-komfortable aber mega-stylishe Schuhmode aus natürlichem Gummi. Die etwas älteren unter den Lesern kennen Melissa als Erfinder der durchsichtigen Badesandalen aus Gummi; einem echten 70-Jahre-Klassiker.

In Sachen Umwelt- und Hautverträglichkeit könnte sich der amerikanische Hersteller der angeblich weichmacherverseuchten, Fernostmassenware Crogs mal eine Scheibe abschneiden und darüber nachdenken, wie viel mehr von seinen wirklich praktischen Plastikschuhen er absetzen könnte, wenn er die Anforderungen der ausgabefreudigen LOHAS-Gemeinde erfüllen würde.


Cruise Collections

Was bitte ist das nun wieder?

Wenn Sie glauben, der gleichnamige Hollywood-Star und Vorzeige-Dianektiker betätige sich jetzt auch als Designer, liegen Sie falsch. Cruise Collections, auch Collections Croisères genannt, wurden (so Welt Online) ursprünglich für die anspruchsvollen Gattinnen reicher Männer entworfen, die auch im Winter ihren Cocktail in der Sonne genießen wollten und deswegen vor Eis und Schnee in tropische Gefilde flüchteten. Dafür brauchten sie eine angemessene Garderobe.

"Kein schlechtes Klientel", dachte man sich bei Chanel, Celine, Gucci, Ralph Lauren & Co. und schüttelte eine Extra-Sommer-Kollektion für den Winter aus dem maßgeschneiderten Hemdärmel. Und damit auch der Rest der Welt gleich versteht, wie exklusiv so eine Kollektion ist, gaben sie ihr den Zusatz Cruise. Denn "Cruise" bedeutet Kreuzfahrt. Solche Cruise Collections werden immer wichtiger - nicht zuletzt deswegen, weil immer mehr Menschen in der kalten Jahreszeit gen Süden flüchten.

Chanel Cruise Collection 2009 Karl Lagerfeld beispielsweise machte aus der Präsentation seiner Cruise Collection 2009 für Chanel ein großes Tamtam: die Show unter dem Thema Miami Vice inszenierte er an mondänen Pools in Miami Beach. Die Cruise Kollektion 2008 hatte er in einen Hangar in Santa Monica verlegt, wo er seine Models zwei Flugzeugen mit Chanel-Logo, entsteigen ließ.

Wie Gala.de wissen will, hat sich"... John Galliano ... in seiner Cruise-Kollektion von den 60er Jahren und Kreuzfahrten inspirieren lassen. Stars wie Charlize Theron und Jennifer Lopez schauten sich das farbenfrohe Spektakel an."

Wichtiger Bestandteil jeder Cruise Collection sind natürlich Bademoden - man braucht ja schließlich ein adäquates Outfit für das Sonnendeck der Jacht.

Sie machen in nächster Zeit keine Kreuzfahrt? Dann sollten Sie sich trotz winterlichen Temperaturen einen Kurztrip in die Designerläden gönnen, sich von sommerlichen Farben und Formen inspirieren lassen und zumindest in Gedanken einen Segeltörn in der Karibik machen.

Wieder was dazu gelernt.

[Nachtrag vom 29.07.2009]: "The Luxe Croniclesüber die wachsende Bedeutung der Cruise Collections (hier).

[Nachtrag vom 15.05.2009]: Chanel zeiht gerade sein 2010 Cruise Collection in Venedig. Mehr hier.

[Nachtrag vom 28.05.2009]: Les Mads berichtet hier über so genannte Resort-Kollektionen weiterer Anbieter

Mal dir ein Kleid

Für alle die durch's Ostereierbemalen noch in Übung sind: Das "Color-In"-Kleid von Berber Soepboer und Michiel Schuurmann aus den Niederlanden. Der Modedesigner Soepboer hat sich auf Do-It-Yourself-Kleidung spezialisiert, die sich auf vielfache Weise durch die Trägerin anpassen und umbauen lässt. Consumer generated Product in Reinkultur.

Der Schnitt ist sicher nicht jederfraus Sache aber die Idee zählt.

Ob und wenn ja wo es die Kleider tatsächlich zu kaufen gibt und ob die Textilmarker im Set dabei sind, könnte ich leider noch nicht in Erfahrung bringen.