Dienstag, 24. April 2012

Mavi nimmt den Mund ziemlich voll


Mit diesem Spot will Mavi auf die ungewöhnliche "All-You-Can-Eat"-Promotion im Berliner Flagshipstore aufmerksam machen (Quelle: YouTube).

Wie das Werberfachblatt W&V heute (hier) berichtet will das türkische Denim-Label Mavi ein wenig Social-Media-Hype um seinen neuen Berliner Flagship-Store erzeugen. Um am 26.04.2012 möglichst viele Besucher in das Ladengeschäft in der Neuen Schönhauser Straße zu locken hat man sich eines erfolgreichen Gastrokonzeptes bedient: Bei der All-You-Can Eat"-Promotion können ausgewählte Kunden so viele Artikel kostenlos aus dem Laden schleppen,wie sie in ihren Mund stopfen können.

Dass die zugegebenermaßen etwas durchgeknallte Promotion-Idee virale Qualität und PR-Potenzial hat sei unbestritten. Ob die Bilder im Kopf der Zielgruppe und später in der Lokalpresse in das gewünschte Markenbild eines Premium-Denim-Anbieters passen sei hier bezweifelt.

Das spanische Bunt-Label Desigual hatte im Sommer 2011 im Rahmen einer ähnlichen Promotion den ersten 100 Kunden, die den Laden am Berliner Ku'damm in Unterwäsche besuchten, kostenlose Klamotten versprochen.

Dass solche Aktionen durchaus Gefahrenpotenzial bergen, weiß die W&V. Demnach habe es in einer Berliner Filiale der Marke Weekday nach einer ähnlichen Facebook-Aktion Randale gegeben.

Die Website von Mavi (hier).

Freitag, 30. März 2012














Drei CLP-Motive aus der Sommermodekampagne von Ansons's (Foto: Anson's).

Wenn es nach dem Düsseldorfer Herrenausstatter Anson's geht, wird es zu dem olympischen Sommerspielen erstmals auch Medaillen für das beste Outfit geben. Laut W&V wurde die inhouse entwickelte, integrierte Kampagne an Originalschauplätzen in London fotografiert. Ich finde, mal ein gelungener Hingucker.

Der Artikel über die neue Ansonsts-Kampagne in der W&V (hier).
Die Homepage von Anson's (hier).

Mittwoch, 21. März 2012

Israel verbietet Magermodels in der Werbung

Foto: AP

















Kampf gegen Essstörungen: Israel verbietet Magermodels in der Werbung - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

Nackte Zombies lieben Tom Tailor

Warum die neue Tom Tailor Kollektion die Läden leider nie erreicht, erfahren die Kunden im neuesten TV-Spot der Leisurewear Marke aus Hamburg. Die Geschichte mit den nackten Waldbewohnern, die den Tom Tailor Lieferfahrer aus dem Hinterhalt überfallen, um sich auch mal trendgerecht durch Büsche und Bäume bewegen zu dürfen, hatte ein Kreativteam der ortsansässigen Agentur JungvonMatt/Alster. Neben dem TV-Spot gibt auch noch kurze TV-Presenter-Formate und einen eigenen YouTube-Channel mit dem üblichen Making-Offs. Und ganz selbstverständlich wird die Kampagne mit allerlei Social-Media-Formaten viril gemacht.

Mehr über die Kampagne im Reklamefachblatt W&V (hier)
Der Tom Tailor Chanel auf YouTube (hier)

Donnerstag, 1. März 2012

Passt oder passt nicht – Das Rate-The-Fit"-System für Modeversender














(Abbildung: Screenshot)

Klasse Idee, um die Retourenquote im Distanzhandel zu senken und die Kundenbindung zu erhöhen: Das "Rate-the-Fit"-System von DOB-Online-Store "Lilly Pulitzer". Die echte Lilly Pulitzer erfand übrigens den durch Jackie Kennedy berühmt gewordenen "Classic Shift Dress".

Die Lilly Pulitzer Website (hier).

Zuerst gesehen bei Andy Sernovitz's "Damn, I Wish I Thought Of That"-Blog (hier).

Mittwoch, 29. Februar 2012

Neue Sinus-Typologie zur Internet-Nutzung

























Die drei beziehungsweise sieben Cluster der Sinus-Internet-Millieus (Quelle: Studie: DIVSI Milieu-Studie
zu Vertrauen und Sicherheit im Internet).
















Verortung der Internet Milleus im Sinus Werte- und Sozialschicht-Raster (Quelle: Studie: DIVSI Milieu-Studie
zu Vertrauen und Sicherheit im Internet).


Die digitale Kluft in Deutschland ist laut Sinus, Heidelberg offenbar noch größer als bisher angenommen Obwohl 80 Prozent der Deutschen technischen Zugang zum Internet haben, bleiben dennoch fast 40 Prozent digitale Außenseiter: 27 Millionen Menschen sind demnach offline oder zumindest stark verunsichert im Umgang mit dem Internet.

Das ist das Fazit einer neuen Sinus-Milieustudie im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI). "Der digitale Graben wird mit der Unterscheidung in Onliner und Offliner nur unzureichend beschrieben," sagt DIVSI-Direktor Martin Kammer. Es verliefen eher zwei Gräben durch die Gesellschaft hinsichtlich Nutzung und Einstellung gegenüber dem Netz. Einer zwischen zwischen den mit dem Internet Aufgewachsenen (Digital Natives) und den deutlich skeptischeren digitalen Migranten, sowie der zu den digitalen Außenseitern.

Interessant finde ich persönlich die Verortung der Internet-Nutzung innerhalb des Sinus Werte- und Sozialschicht-Rasters (siehe Abbildung #2 oben). Viele Markenartikelunternehmen und viele meiner Beratungskunden sind mit den Sinus-Millieus (oder der "Kartoffelgrafik", wie es ein Kunde gerne ausdrückt) bereits bestens vertraut und lehnen sich bei ihrer eigenen Zielgruppendefinition hier an.


Auch wenn die Studie aus der Fragestellung nach dem individuellen Sicherheitsbedürfnis der Internet-Nutzer konzipiert wurde, findet man hier doch einige interessante Daten auch zum Beispiel zum Thema Online Shopping (Berichtsband Seiten 47 bis 49). Darüber hinaus garantieren die Seriosität des Auftraggebers (DIVSI) als auch des beauftragten Instituts (Sinus), sowie die Repräsentativität der Studie für verlässliche Daten (im Bereich der Internet-Forschung leider keine Selbstverständlichkeit!).

Den kompletten Berichtsband der Studie könnt ihr (hier) herunterladen.

Dienstag, 28. Februar 2012

Ich bette mein Haupt in Bulgari



















Giorgio Armani in seinem Mailänder Hotel (Quelle: FOTO: PICTURE ALLIANCE / DPA/AMARNI / HO)

Luxushotels als Erlebnistempel edler Mode- und Lifestylemarken scheinen im Trend zu liegen. So berichtet die "Welt online" heute ausführlich über diverse weltweite Hotelprojekte von Missoni, Bulgari, Armani und Co. Sinnvolle Markenspreizung, wie ich finde und das war nur der Anfang. Bulgari sucht nun nach weiteren Standorten, LVMH, der Mutterkonzern, will ein Hotel eröffnen, unter dem Namen "Cheval Blanc". Missoni plant vier neue Fashion-Hotels, in der Türkei, in Brasilien, in Katar und in Oman.

Der lesenswerte Artikel in der "Welt online" (hier).
Die Website der Armani Hotels & resorts (hier).
Der Spiegel über das Gucci-Hotel in Dubai (hier).
Die Website des Missoni Hotels in Edinburgh (hier).

Selbst shopt der Mann




















Zusammen shoppen macht mehr Spaß (Quelle: www.dialego.com).

Vorbei die Zeiten, in denen Frauen allein für den Einkauf von Hemden, Socken und Schlafanzügen ihrer Männer zuständig waren. Das zumindest will das Aachener Research-Institut Dialego herausgefunden haben. Männer schätzen die Begleitung ihrer Partnerin beim Shoppen (47 Prozent) sehr, brauchen viele von ihnen doch jemanden, der sie dazu motiviert, etwas neues zu kaufen. Frauen kaufen gerne auch zusammen mit Freunden/innen (23 Prozent) ein, so die Studie weiter.

Darüber hinaus will die Studie auch Antworten auf Fragen geben, nach


  • Einkaufstätten
  • Marken
  • Begleitung beim Einkauf 
  • Stellenwert Einkauf 
  • Ambiente und Beratung 
  • Einkaufszeiten-/orte 
  • Zahlungsmittel



Eine Zusammenfassung der Dialego-Studie im PDF-Format zum Download gibt es (hier).

Montag, 27. Februar 2012

Schrei vor Glück: Zalando eröffnet Pop-Up-Store

















Foto aus einer Zalando-Kampagne (Quelle: www.zalando.de).

Der Online-Mode-Versender Zalando plant die Eröffnung eines ersten Pop-Up-Stores in Berlin, wie das Werber-Fachblatt W&V erfahren haben will. Ob dies der Start einer ernsthaften Multi-Channel-Stratgegy ist, bleibt vorerst Spekulation. Wäre dies doch ein valider Lösungsansatz für die zuletzt durch die Fachpresse geisternden Berichte über mangelnde Profitabilität bei Zalando – auch oder gerade durch extrem hohe Rücksendungsquoten. Wie man ließt scheinen die Zalando-Online-Kundinnen häufig Auswahlen zu bestellen und die nicht gewünschte Ware dann bequem und auf Kosten des Händlers zurück zu senden. Der anderen kostenintensiven Marotte der Kundinnen, einfach teure Designer-Teilchen für die Party am Wochenende zu bestellen und am Montag wieder zurück zu senden, versucht man bei Zalando schon mit "Sicherheits-Labels" im XXL-Format entgegen zu treten.

So oder so könnte der konsequente Ausbau eines zusätzlichen stationären Vertriebsstandbeins des Berliner Versenders die Umtauschproblematik eindämmen und damit die höheren Kosten dieses Vertriebsweges (Mieten, Ausstattung und Personalkosten) rechtfertigen.

Neu ist auch eine erste Kollektion unter dem eigenen Label. Bisher vertreibt der Berliner Versender ja nur Marken anderer Hersteller. Am 2. März soll der offizielle Verkaufsstart sein, geht es nach Christian Meermann, Chief Marketing Officer von Zalando. Neben Frauen sollen künftig auch Männer und Kinder stärker als Zielgruppe bedacht werden. Außerdem wird sich die Kommunikation künftig noch mehr auf das Thema Fashion verlagern und nicht nur Schuhe bewerben, so die W&V in ihrem Beitrag.

Die Location, Weinmeisterstr. 2 in Mitte ist gut gewählt. Das angesagte Designer Hotel Weinmeister sowie der Superdry-Store sind direkte Nachbarn. Der Zalando-Laden ist vom 2. bis zum 4. März 2012 jeweils von 12 bis 20 Uhr geöffnet.

Der Beitrag in der W&V online (hier).

"Multi-Channel-Strategy" scheint der neue Heiland der Modeversender zu heißen. Gemeint ist eine Vertriebsstrategie, die auf mehreren verschiedenen Vertriebskanälen beruht. So verkauft zum Beispiel ein klassischer Katalogversender zusätzlich über einen E-Shop im Internet, vertreibt Teile seiner Kollektion über den stationären Handel oder eröffnet sogar eigene stationäre Shops. Ziel solcher Strategien ist es, zum einen zusätzliche Zielgruppen zu erschließen, für die bestimmte Vertriebskanäle Barrieren darstellen und die eigene Marke besser erlebbar zu machen. Erfahrungen von Unternehmen mit Multi-Channel-Strategien zeigen, dass viele der neu gewonnenen Kunden, sich mit der Zeit über verschiedene Vertriebskanäle des Anbieters versorgen und die Kundenbindung zunimmt.

"Pop-Up-Stores" sind stationäre, temporäre Vertriebspunkte, meist von Marken, die sonst nur über andere Händler vertrieben werden und meist in besonders angesagten Umfeldern. Pop-Up-Stores haben häufig Event-Charakter und werden massiv durch PR-Arbeit begleitet.

Mein Betrag über die Multi-Channel-Strategy des Online-versenders Conley's (hier).

Zwei frühere Beiträge über Zalando (hier).

Donnerstag, 23. Februar 2012

Mit Wölfinnen heulen, für den E-Commerce



















Interessantes Motiv für den rumänischen Online Fashion-Händler Tuxedo Confessions (Abb.: www.luerzersarchive.com).

Alphaweibchen kaufen besser beim rumänischen Online Concept Store Tuxedo Confessions, will uns wohl die slowenischen Agentur Janda mit diesem Hingucker-Motiv sagen. Der 2010 gegründete E-Shop verkauft nicht nur Kleidung aufstrebender rumänischer Designer, sondern auch Lifestyle-orientierte Produkte, wie zum Beispiel Coffee-Table-Books.

Zum Tuxedo Confession E-Shop geht's (hier).
Mehr gute, kreative Kampagnen, zu sehen bei Luerzer's Archiv (hier).

Mittwoch, 22. Februar 2012

Achtung: Cookies in Klamotten!
















Peutery möchte verhindern, dass Kunden den im Etikett eingenähten Funkchip nach dem Kauf entfernen. Warum? (Foto: computerbild.de)

An Cookies (das sind die kleinen, gemeinen "Spionage-Troyaner") in unseren Web Browsern haben wir uns ja schon gewöhnt, aber dass sich diese Dinger nun auch in unserer Bekleidung verstecken, ist vielen sicherlich neu.

Sinkenden Herstellungskosten "sei Dank", nähen nun auch immer mehr Bekleidungshersteller so genannte RFID-Chips in ihre Kleidungsstücke ein. Eigentlich sollen die kleinen Hightech-Dinger dabei helfen, die Warenlogistik zu beschleunigen und Langfingern das Handwerk zu erschweren. Nun mutmaßt die Welt in ihrer digitalen Ausgabe diese Woche, dass clevere Marketingleute der Hersteller darüber hinausgehende Einsatzmöglichkeiten der RFID-Chips entdeckt haben könnten. Warum sonst, bemüht sich zum Beispiel Peuterey mit einem deutlichen "Warnhinweis" in seinen Jacken darum, dass deren Kunden den im Label versteckten RFID-Chip auch nach dem Kauf nicht entfernen? Die Vermutung der Welt online, Verkäufer könnten mit Hilfe der reiskorn-großen Funkchips, beziehungsweise den ausgelesenen Informationen  Kunden individuellere Angebote unterbreiten, halte ich persönlich für an den Haaren herbei gezogen. Denn, dass der potenzielle Kunde eine Peutery-Jacke trägt, deswegen vermutlich markenbewusst kauft und eine hohe Ausgabereitschaft für Bekleidung hegt, erkennt der geschulte Verkäufer mit dem bloßen Auge. Ganz ohne Hightech.

Das Erstellen von Bewegungsprofilen am POS könnte allerdings durchaus hilfreich sein, für das Merchandising und die Optimierung der Shops. Allerdings wären solche Daten dann ohnehin anonymisiert, d.h. nicht einer bestimmten Person zuordenbar.

Und, wie die Welt online berichtet, meldet natürlich auch gleich ein deutscher Datenschutzverein massiv Bedenken gegen den Einsatz der "Funktroyaner" an. Man befürchtet, dass "... Menschen [...] über Funkchips in Kleidung heimlich geortet und Bewegungsprofile erstellt werden." könnten. Die Antwort auf das "Warum" bleibt der Artikel leider schuldig. Allerdings sollte der Funkchip spätestens beim "Auschecken" an der Kasse seine Schuldigkeit getan haben und könnte dort problemlos elektronisch "entschärft" werden.

Der Artikel in Welt online (hier).














Protestaktion gegen Gerry Weber (Foto: Veit Mette (cc-by-sa)).

Auch Gerry Weber nutzt RFID-Technologie in seinen Textilien und ist laut Zeit online zur Zielscheibe der Datenschützer geworden. Wie ein Unternehmenssprecher von Gerry Weber laut computerbild allerdings berichtet, werden die Chips ausschließlich zur Effizienssteigerung in der Warenlogistik eingesetzt.

Der Artikel in Zeit online (hier).
der Artikel in der computerbild (hier).










So genannter Smart-Transponder in Flachbauweise für Etiketten (Abbildung: Kalinko at de.wikipedia).

RFID-Chips ("Radio Frequency Identification") sind winzige, passive Funkchips, die kostengünstig in Etiketten versteckt in die Kleidung eingenäht werden können. RIFD-Chips senden dann zum Beispiel die Artikelnummer an entsprechende Lesegeräte. Die können RFID-Chips auf eine Entfernung von bis zu zwölf Metern orten. Eine Batterie ist nicht nötig. Die Antenne sendet nicht nur Daten, sondern versorgt den Chip auch mit Strom. Mehr über RFID-Chips bei Wikipedia (hier)

HTTP-Cookies sind kleine, digitale "Spione", die sich unbemerkt mit bestimmten Webseiten auf unsere Computer laden und den Betreibern der Webseiten wertvolle Informationen über unser Surfverhalten und Wareninteressen übermitteln. Mehr über HTTP-Cookies bei Wikipedia (hier).

Montag, 20. Februar 2012

Blush wünsch Wulff viel Spaß beim Ausziehen.
















Das Berliner Dessous-Label Blush tritt noch mal PR-wirksam nach und wünscht Ex-Bundespräsident Wulff viel Spaß beim Ausziehen. Ein ähnliches Motiv war schon zu Beginn der Causa Wulff erschienen. mein Post hierzu (hier).