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Dienstag, 15. Januar 2013

Zalando bekämft Retourenquote mit virtuellem Ankleideraum

Zalando testet virtuelle Ankleidekabine (Foto: Screenshot www.zalando.de)



















Über virtuelle Ankleidekabinen als neuesten Schrei im stationären Handel hatte ich ja schon berichtet (hier). Nun versucht sich auch der Retouren-geplagte Modeversender Zalando (hier) an einer "virtuellen Umkleidekabine", wie der Online-Branchendienst "1st.blue" (hier) berichtet.

Wie "1st blue" weiter berichtet "... sind bisher nur ausgewählte Artikel mit einem „Jetzt anprobieren”-Button versehen, der nach einem Klick zum Virtual Fitting Room führt. Dort wird der User gebeten, Größe, Gewicht und BH-Größe anzugeben. Durch „Fortsetzen” gelangt man auf die nächste Seite, auf der sich ein entsprechender Avatar findet. Auf der Folgeseite können dann weitere Einstellungsmöglichkeiten vorgenommen und wichtige Produktinfos, eine Größenempfehlung und der Warenkorb-Button eingesehen werden. Der Avatar lässt sich drehen, außerdem kann ein eigenes Foto als Gesicht hochgeladen und der Hintergrund sowie Frisur angepasst werden. Die Größe wird nach Eingabe der Körpermaße automatisch ermittelt und ist für verschiedene Körperteile zudem mit einer Einschätzung wie beispielsweise „guter Sitz” versehen."

Die Einrichtung des persönlichen Avatars scheint relativ unkompliziert. Bin sehr gespannt, was der Test ergibt und ob sich die "echten" Retouren, also falsch bestellte Größen wirklich signifikant reduzieren.

Montag, 27. Februar 2012

Schrei vor Glück: Zalando eröffnet Pop-Up-Store

















Foto aus einer Zalando-Kampagne (Quelle: www.zalando.de).

Der Online-Mode-Versender Zalando plant die Eröffnung eines ersten Pop-Up-Stores in Berlin, wie das Werber-Fachblatt W&V erfahren haben will. Ob dies der Start einer ernsthaften Multi-Channel-Stratgegy ist, bleibt vorerst Spekulation. Wäre dies doch ein valider Lösungsansatz für die zuletzt durch die Fachpresse geisternden Berichte über mangelnde Profitabilität bei Zalando – auch oder gerade durch extrem hohe Rücksendungsquoten. Wie man ließt scheinen die Zalando-Online-Kundinnen häufig Auswahlen zu bestellen und die nicht gewünschte Ware dann bequem und auf Kosten des Händlers zurück zu senden. Der anderen kostenintensiven Marotte der Kundinnen, einfach teure Designer-Teilchen für die Party am Wochenende zu bestellen und am Montag wieder zurück zu senden, versucht man bei Zalando schon mit "Sicherheits-Labels" im XXL-Format entgegen zu treten.

So oder so könnte der konsequente Ausbau eines zusätzlichen stationären Vertriebsstandbeins des Berliner Versenders die Umtauschproblematik eindämmen und damit die höheren Kosten dieses Vertriebsweges (Mieten, Ausstattung und Personalkosten) rechtfertigen.

Neu ist auch eine erste Kollektion unter dem eigenen Label. Bisher vertreibt der Berliner Versender ja nur Marken anderer Hersteller. Am 2. März soll der offizielle Verkaufsstart sein, geht es nach Christian Meermann, Chief Marketing Officer von Zalando. Neben Frauen sollen künftig auch Männer und Kinder stärker als Zielgruppe bedacht werden. Außerdem wird sich die Kommunikation künftig noch mehr auf das Thema Fashion verlagern und nicht nur Schuhe bewerben, so die W&V in ihrem Beitrag.

Die Location, Weinmeisterstr. 2 in Mitte ist gut gewählt. Das angesagte Designer Hotel Weinmeister sowie der Superdry-Store sind direkte Nachbarn. Der Zalando-Laden ist vom 2. bis zum 4. März 2012 jeweils von 12 bis 20 Uhr geöffnet.

Der Beitrag in der W&V online (hier).

"Multi-Channel-Strategy" scheint der neue Heiland der Modeversender zu heißen. Gemeint ist eine Vertriebsstrategie, die auf mehreren verschiedenen Vertriebskanälen beruht. So verkauft zum Beispiel ein klassischer Katalogversender zusätzlich über einen E-Shop im Internet, vertreibt Teile seiner Kollektion über den stationären Handel oder eröffnet sogar eigene stationäre Shops. Ziel solcher Strategien ist es, zum einen zusätzliche Zielgruppen zu erschließen, für die bestimmte Vertriebskanäle Barrieren darstellen und die eigene Marke besser erlebbar zu machen. Erfahrungen von Unternehmen mit Multi-Channel-Strategien zeigen, dass viele der neu gewonnenen Kunden, sich mit der Zeit über verschiedene Vertriebskanäle des Anbieters versorgen und die Kundenbindung zunimmt.

"Pop-Up-Stores" sind stationäre, temporäre Vertriebspunkte, meist von Marken, die sonst nur über andere Händler vertrieben werden und meist in besonders angesagten Umfeldern. Pop-Up-Stores haben häufig Event-Charakter und werden massiv durch PR-Arbeit begleitet.

Mein Betrag über die Multi-Channel-Strategy des Online-versenders Conley's (hier).

Zwei frühere Beiträge über Zalando (hier).

Freitag, 29. April 2011

Werden Kundenmagazine die neuen Starverkäufer?

Online-Mode-Händler Zalando nutzt das Offline-Medium Kundenmagazin, um die Zalando-Welt "... emotionaler präsentieren zu können."

Das Werber-Fachblatt W&V beschäftigt sich heute in einem kurzen Artikel mit dem Thema Kundenzeitschriften im Modefachhandel. Aufhänger ist Zalando, die ihr Magazin inzwischen auf immerhin 84 Seiten aufgeblasen und mit 19 Anzeigen refinanzieren. Damit ist der Berliner Online-Händler in bester Gesellschaft mit H&M, 7Trends und Otto mit "all about shoes", die mit diesem zusätzlichen Ansprachekanal ihre Kunden zu mehr Umsatz verführen wollen.

Die Frage nach Sinn oder Un-Sinn eines eigenen Kundenmagazins stellt sich gelegentlich jedem Modehersteller und -händler. Lassen Sie mich hier kurz einige Chancen, aber auch die Risiken von Kundenmagazinen für das Modemarketing kurz erläutern:

  • Chancen
  • Kundenmagazine können zusätzliche Kaufanreize schaffen
  • Gedruckte Kundenmagazine können den Traffic am POS erhöhen (stationärer oder Online-Handel)
  • Kundenmagazine helfen Kunden zu binden
  • Kundenmagazine unterstützen das so genannte Cross Selling
  • Kundenmagazine können die Markenwelt erleb- und erfahrbar machen
  • Risiken
  • Kundenmagazine sind zeit- und kostenaufwendig (wenn gut gemacht)
  • Um mit Bezahl-Magazinen konkurrieren zu können, müssen Kundenmagazine einen hohen Qualitätsanspruch haben
  • Die Entscheidung für ein Kundenmagazin ist eine langfristige
  • Ohne geeignete Distributionskanäle erreichen Kundenmagazine die Zielgruppe nicht

Hat man sich für das CRM-Tool Kundenmagazin entschieden sollte man unbedingt auf hohe redaktionelle Qualität achten und sich an den klassischen Bezahl-Magazinen orientieren. Sonst landet das teuer produzierte Kundenmagazin ungelesen im Papierkorb. Ein aufgepimter Vertriebskatalog ist bestenfalls ein "Magalog", aber noch lange kein Kundenmagazin.

Kundenmagazine oder besser relevanter redaktioneller Content, verbunden mit Produktinformationen haben auch längst Einzug in die eShops gehalten. Besonders gut macht das zum Beispiel MR PORTER, die männliche Version von NET-A-PORTER.COM. Hier werden gut gemachte redaktionelle Beiträge clever mit Shopping-Links verknüpft (hier).

Gut gemacht, kann ein Kundenmagazin viel bewirken, für den Verkauf, aber auch für die emotionale Bindung Ihrer Kunden. Das W&V-Interview mit Zalandos Marketingstrategin Saskia Appelhoff (hier).

Laut Manager Magazin (hier) wird Zalando inzwischen auf 1.6 Milliarden Euro bewertet!