Einige Teile aus der Lanvin-Recycel-Kollektion von H&M.
Passend zu meinem Post von gestern über Ökomode, dieser Post bei meinen Kollegen von profashionals (hier) über die grüne Ausrichtung von H&M. Demnach verwendet Hennes & Mauritz Stoffreste aus der Lanvin-Produktion für ein achtteiliges H&M-Sonderprogramm, dass man in Deutschland allerdings wohl nur in Hamburg kaufen können wird.
Ökomode stark im Kommen (Quelle: www.miniblue.com).
Die Bekleidungskette C&A verkaufte 2009, nach eigenen Angaben bereits 18 Millionen Kleidungstücke aus zertifizierter Biobaumwolle und ist damit, nach eigener Aussage, Europas führender Textilfilialist für dieses Material. Und H & M will den Anteil der Bio-Baumwolle bis 2013 um jährlich 50 Prozent erhöhen.
Ökomode ist längst kein Nischenprodukt mehr für Jutetüten-tragende Atomkraftgegner, sondern scheint, befreit von Öko-Muff und spaßloser Müsli-Aura, die gleiche positive Entwicklung zu nehmen, wie Bio-Lebensmittel. Vielleicht wird ökologisch-einwandfreie Mode sogar schon bald zur Commodity, zur modischen Selbstverständlichkeit, über man die man gar kein Wort mehr verliert.
Wer auf der Fashion Week war, konnte die wachsende Zahl der so genannten Öko-Mode-Labels kaum noch übersehen. Mit Summer Rayne Oakes (hier) gibt es nun sogar das "erste Ökomodel der Welt". Die grüne "Paris Hilton" konnte man, zusammen mit Schirmherrin Renate Künast (hier), auf der Berliner Ökomesse "TheKey.to" (hier) bewundern. Im mondänen Adlon (hier) hatte man bzw. Magdalena Schaffrin (hier) sogar einen "Green Showroom" (hier) eingerichtet, wo nachhaltig orientierte High-Fashion- und Accessoires-Labels ihre Kollektionen zeigten.
"Green Showroom"-Macherin Magdalena Schaffrin im Interview mit Die Zeit.
Einer der weltweit führenden Anbieter von private Label-Konfektion, die Israelische BAGIR Group (hier), beliefert Großabnehmer, wie Brooks Brothers oder Marks & Spencers längst mit schicken Anzügen aus recycelten PET-Flaschen, die sich auch noch umweltfreundlich in der Maschine waschen lassen.
Längst gibt es auf "grüne" Marken spezialisierte Werbe- und PR-Agenturen, wie z.B. die Münchener PR-Agentur greenside (hier), die auch um die Gefahren so genannten "Greenwashings" (hier) für die Glaubwürdigkeit von Öko-Mode-Marken wissen.
Bleibt spannend, zu beobachten, wie die modebegeisterten Kunden auf das wachsende Angebot CO2-Fußabdruck-optimerter Mode reagieren, denn Mode befriedigt ja doch eher Eitel- und Äusserlichkeit als die Suche nach inneren Werten.
Einer der Videos aus der H&M Kurzfilm-Serie für die jährliche Designer-Collection hat es in BOF Top10 geschafft.
Folgt man den Argumenten des "BOF"-Posts über die besten Fashion-Filme im Web, müssen sich die Stars der Modefotografie-Szene warm anziehen oder den Fotoapparat beiseite legen und lernen, wie man professionell mit der Videokamera umgeht.
Bei inzwischen etwa 2 Milliarden Videos, die täglich im Web konsumiert werden, ist es kein Wunder, dass alle großen Fashion-Brands versuchen, attraktiven Video-Content auf YouTube und anderen Web-Video-Plattformen zu platzieren. Konsequenterweise sollen die großen Fotografenagenturen ihre Stars inzwischen mehr als dezent bitten, sich professionell mit dem Thema Modevideo auseinander zu setzen, damit ihnen die Video-Stars nicht ganz schnell den Rang und die lukrativen Aufträge abjagen.
Der Post beschäftigt sich auch mit der Frage, was ein gutes Fashion-Video ausmacht. Und nicht wenige Profis behaupten, dass Modefotografie und Mode-Videos zwei völlig verschiedenen Welten seien. Gut aussehende Models, ein schönes Set, schmeichelndes Licht und ein gutes Auge des Fotografen reichen beim Film nicht aus. Hier bedarf es (wie übrigens bei den Shows) originärer Ideen, spannender Erzählweisen, Choreografien, Musik, einem fesselnden Schnitt und schauspielerischen Talents.
Und die Rede ist hier nicht von den in Mode gekommenen Behind-the-Scenes- und statisch gefilmten Fashion-Show-Videos, die auf immer mehr Webseiten angeboten werden.
Nicht wenige, der letzten Video-Produktionen der großen Fashion-Marken verschlangen Budgets von denen einige Kino-Regisseure träumen und sprengen den üblichen Zeitrahmen der TV-Spots.
BOF hat in dem Post die aus Sicht der Redaktion besten 10 Fashion-Videos der letzten beiden Saisonen zusammen getragen, damit sich die Leser selbst ein Bild machen können, über den aktuellen Stand der Fashion-Video-Kunst.
Der Orignal-Post bei The Business of Fashion (hier).
Wie der Adsoftheworld-Blog berichtet (hier) hat nun auch der Billigtextilriese H&M das Tool Flashmob genutzt, um die Aufmerksamkeit auf seine neue Kids-Kollektion zu lenken. Adsoftheworld spricht allerdings von einer "Branded Performance". Schließlich sind Flashmobs (Wikipedia über Flashmobs hier) ja eigentlich eher eine Performance-Kunstform ohne wirtschaftliches Interesse.
Hierzu engagierte die US-Agentur Mr. Youth (hier) 55 talentierte Kids, die sich, nach vermutlich wochenlangem Training, scheinbar spontan auf dem Union Square in San Francisco trafen, um eine Street-Performance abzuliefern.
Der Telekom-"Flashmob" mit Paul Potts im Telekom-Werbespot.
Die Idee, Flashmobs für Marken einzusetzen hatte ja auch schon die Telekom, die unter anderem Paul Potts scheinbar spontan auf dem Hauptbahnhof in Leipzig zum Singen bewegten.
Mich interessiert die Meinung die Meinung meiner Leser. Was haltet ihr davon, dass Unternehmen das Tool "Flashmob" zunehmend als "Branded Performance" für ihre Marken einsetzen? Seht ihr das eher als kulturelle Bereicherung des öffentlichen Raums oder als schleichwerbenden Missbrauch einer kulturellen Idee?