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Dienstag, 1. Februar 2011

Luxus-Öko-Mode life auf Münchens Praterinsel


Ich sag doch: "Grüne Woche": Wer Lust hat in München mal selbst zu schauen, was die Öko-Mode so hervorbringt ist (hier) genau richtig. Die infashionmunich zeigt vom 19. - 21. Februar auf der Praterinsel die Sonderschau "GreenGlamour"

Der offizielle Pressebetreuer eastside communication (hier) schreibt über die Messe: "Ganz neu und einmalig dabei ist GreenGlamour, der erste und einzige Bereich für nachhaltige Mode während der Modewoche München! Damit ist die anerkannte Veranstaltung nicht nur das avantgardistische i-Tüpfelchen in besonderem Ambiente, sondern bietet den Trüffeljägern unter den Einkäufern ganz besondere Mode-Spezialitäten im Premium-Eco-Fashionsegment. GreenGlamour zeigt u.a. AvantgardeGreen, Ecozentric, Ecozona, Flavia Aranha, Glanz und Zauber sowie Kaethe Maerz."


Donnerstag, 27. Januar 2011

Ökomode macht Kohle


Ökomode stark im Kommen (Quelle: www.miniblue.com).

Die Bekleidungskette C&A verkaufte 2009, nach eigenen Angaben bereits 18 Millionen Kleidungstücke aus zertifizierter Biobaumwolle und ist damit, nach eigener Aussage, Europas führender Textilfilialist für dieses Material. Und H & M will den Anteil der Bio-Baumwolle bis 2013 um jährlich 50 Prozent erhöhen.

Ökomode ist längst kein Nischenprodukt mehr für Jutetüten-tragende Atomkraftgegner, sondern scheint, befreit von Öko-Muff und spaßloser Müsli-Aura, die gleiche positive Entwicklung zu nehmen, wie Bio-Lebensmittel. Vielleicht wird ökologisch-einwandfreie Mode sogar schon bald zur Commodity, zur modischen Selbstverständlichkeit, über man die man gar kein Wort mehr verliert.

Wer auf der Fashion Week war, konnte die wachsende Zahl der so genannten Öko-Mode-Labels kaum noch übersehen. Mit Summer Rayne Oakes (hier) gibt es nun sogar das "erste Ökomodel der Welt". Die grüne "Paris Hilton" konnte man, zusammen mit Schirmherrin Renate Künast (hier), auf der Berliner Ökomesse "TheKey.to" (hier) bewundern. Im mondänen Adlon (hier) hatte man bzw. Magdalena Schaffrin (hier) sogar einen "Green Showroom" (hier) eingerichtet, wo nachhaltig orientierte High-Fashion- und Accessoires-Labels ihre Kollektionen zeigten.


"Green Showroom"-Macherin Magdalena Schaffrin im Interview mit Die Zeit.

Einer der weltweit führenden Anbieter von private Label-Konfektion, die Israelische BAGIR Group (hier), beliefert Großabnehmer, wie Brooks Brothers oder Marks & Spencers längst mit schicken Anzügen aus recycelten PET-Flaschen, die sich auch noch umweltfreundlich in der Maschine waschen lassen.

Längst gibt es auf "grüne" Marken spezialisierte Werbe- und PR-Agenturen, wie z.B. die Münchener PR-Agentur greenside (hier), die auch um die Gefahren so genannten "Greenwashings" (hier) für die Glaubwürdigkeit von Öko-Mode-Marken wissen.

Bleibt spannend, zu beobachten, wie die modebegeisterten Kunden auf das wachsende Angebot CO2-Fußabdruck-optimerter Mode reagieren, denn Mode befriedigt ja doch eher Eitel- und Äusserlichkeit als die Suche nach inneren Werten.

Frühere Posts über Ökomode (hier), (hier), (hier), (hier), (hier) und (hier)


Mittwoch, 15. Juli 2009

Wie grün ist Ihr Label?


Anlässlich der Gründung von greenside, einem auf Corporate Social Responsibility (kurz CRS) Themen spezialisierten Ableger der Münchener PR-Agentur eastside, hier ein paar Gedanken zum Grün-Trend in der Mode- und Lifestyle-Branche.

Umweltthemen, Etik- und Eco-Anspruch sowie Nachhaltigkeitsdenke machen auch vor der Modebranche nicht mehr Halt und sind auf dem besten Weg (neben dem bösen "K"-Wort) zum In-Thema der Branche zu werden.

Nicht wenige Modeunternehmen überschlagen sich förmlich auf ihren Webseiten beim Prahlen mit echten und vermeintlichen Umwelt-und Ethik-Projekten und -Strategien. Ökostrategien und Corporate Social Responsibility Policies werden zum Must für moderne Modemarken mit Gewissen (und solche, die zumindest als öko-gewissenhaft gelten wollen).

Spätestens seitdem die LOHAS als neue, zahlungskräftige und durchaus mode-interessierte Trend-Zielgruppe von den Medien entdeckt wurden, möchten die meisten Modemarken die Werte dieser neuen Käufergruppe spiegeln und so an deren meist gut gefüllte Portemonnaies herankommen.


Nike Sweatshop

Immer wieder berichten investigative Journalisten über die Sweatshops in Billiglohnländern und werden nicht müde, durchaus renommierte Marken zu nennen, die dort unter unmenschlichen Bedingungen ökologisch und gesundheitlich bedenkliche Ware zu Dumpingpreisen produzieren lassen.

Informierte Konsumenten, die wählen wollen und können, lassen die Finger von in diesem Sinne bedenklichen Marken und präferieren Labels, die ihnen sozial- und umweltverträgliche Produktion garantieren.

Anspruchvolle Kunden und Kundinnen wollen unter anderem wissen:
- wo Ihre Produkte hergestellt werden
- unter welchen Bedingungen
- was das Unternehmen tut, um sicher zu stellen, dass die Produktion ökologisch und sozial unbedenklich erfolgt
- welche Nachaltigkeitsstrategien das Unternehmen verfolgt
- was das Unternehmen unternimmt, um möglichst wenig ökologische Fußabdrücke auf unserem geschundenen Planeten zu hinterlassen

Klare Antworten auf diese und verwandte Fragen (an der Ware auf Hang Tags, am POS, auf der Website, in der Markenkommunikation etc.) geben Orientierung und helfen, sich vom öko-bedenklichen Wettbewerb abzuheben.

Für Marken, die sich an gebildete, moderne Zielgruppen wenden, ist ein sozial und ökologisch reines Gewissen schon fast ein Muss. Wer heute keine effektive Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt und umsetzt ist sicher schon morgen von gestern.

Dabei müssen gar nicht unbedingt alle Produkte Ihres Unternehmens diese grünen Bedingungen erfüllen. Es kann durchaus ausreichen, eine bestimmte Marke, Submarke oder eine Teilkollektion grün auszurichten, um neue Zielgruppen zu erschließen.

Aber Vorsicht! Wer einen Nachhaltigkeitsaspekt besonders hervorhebt, aber bei anderen Öko-Faktoren keine weiße - Verzeihung: "grüne" - Weste hat, sollte lieber die Finger davon lassen, sich als "Grüne Marke" zu positionieren. "Green Washing", wie man diese leider häufig betriebene und nur vermeintlich smarte Strategie nennt, wird schnell enttarnt und journalistisch angeprangert. Und dann: adé neue, lukrative Zielgruppen!


American Apparel Store

Dass LOHAS wenig mit dem alten Jutebeutel-Öko-Mindset zu tun hat, zeigt z. B. der Erfolg von American Apperal. Die Marke überzeugt mit einer jungen Kollektion zu erschwinglichen Preisen und garantiert glaubhaft grüne und ethisch einwandfreie Produktionsbedingungen. Ein entscheidender Mehrwert gegenüber H&M, Zara und Co.