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Dienstag, 11. März 2014

American Apparel schockt mit nackter Mulimin

Anzeige: American Apparel

























Mal wieder polarisiert eine Anzeige von American Apparal nicht nur die Fashion-Branche. Wie sehen meine Leser das? Nacktes Fleisch und Provokation der plumpen Aufmerksam für die Marke wegen oder involvierende Botschaft, die zum Nachdenken anregen kann und soll? Billige Effekthascherei oder Haltung zeigen?

Mehr Hintergrundinformationen zum neuen AP-Motiv auch hier in der Huffington Post:

Neue Anzeige von American Apparel "Made in Bangladesh": Muslimin posiert oben ohne

Donnerstag, 11. April 2013

"Helium Harry" soll s.Oliver crazy positionieren

"Helium-Harry" wirbt für s.Oliver (Foto: Screenshot YouTube)














Schon klar. Durchgeknallt funktioniert viral immer. Und laut W&V (hier) schon über 40.000 Views am Tag der Veröffentlichung der beiden neuen Internet-Videos der Marke s.Oliver (hier) bestätigen diese Regel. Aber, "was tut diese Kampagne für die Marke?", fragt sich der (B)Advertiser. Aufmerksamkeit alleine kann es ja wohl nicht sein, was die Digitalwerber von Parasol Island (hier) ihrem neuen Kunden aus Rottendorf versprochen haben. Allerdings entsteht bei mir der Eindruck, dass man hier die gute alte Marke mit der digitalen Brechstange auf jung trimmen will.

Respekt gilt es dem oberfränkischen Textiler allerdings schon allein dafür zu zollen, dass man den Mut hat, Haltung zu kommunizieren, statt nur wieder Klamotten zu bewerben. Mit dieser – im Modesegment keineswegs üblichen – Strategie konnten ja schon einige erfolgreiche Marken substanzielles Geschäft aufbauen.

Ob allerdings die Menschen, denen diese Internet-Videos Spaß bereiten dann auch den Schritt mitgehen, die gute alte Mainstream-Marke s.Oliver hipp und attraktiv zu finden, bleibt für mich fraglich.

Die Spots, sowie weitere Hintergrundinformationen über die neue Kampagne beim Werbefachblatt Werben und verkaufen (hier).

Donnerstag, 17. November 2011

Papst küsst nicht mehr mit, für Benetton

Laut Handelsblatt hat Benetton das Papst-Motiv mit Rücksicht auf die Gläubigen inzwischen zurückgezogen.Foto: dpa

















Gestern hier auf dem Blog vorgestellt: die neue "Unhate"-Kampagne von Benetton, schon weiß das Handelsblatt zu berichten, dass der italienische Modekonzern ein Motiv zurückzieht. Auf die Fotomontage eines Kusses zwischen Papst Benedikt XVI. und dem ägyptischen Imam Ahmed el Tajjeb hatte die katholische Kirche wohl verärgert reagiert und mit geeigneten Gegenmaßnahmen gedroht. Das Modehaus habe die „Gefühle der Gläubigen“ nicht verletzen wollen, hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung. Hätte man sich bei Bentton ja wohl auch irgendwie denken können. Hat man man sicher auch, denn was gibt es schöneres als weltweit kostenlosen PR-Rummel um eine Marke, die in den letzten Jahre etwas aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden war.



Es handele sich um eine „konstruktive Provokation“, erklärte Vize-Unternehmenschef Alessandro Benetton – laut Handelsblatt – in einer Presskonferenz. Ziel sei es, „das Ideal der Toleranz weithin sichtbar zu machen“. Das Unternehmen verfolge soziale Ziele und setze sich aktiv für humanitäre Angelegenheiten ein. Dies habe „nicht auf andere Weise global kommuniziert werden können“.

Der (B)Advertiser ist gespannt auf weitere PR-trächtige Ankündigungen und skandalöse Motive.

Mittwoch, 16. November 2011

Benetton lässt Politiker für sich knutschen

Benetton_Unhate_SARKOZY_MERKEL














Fast ein Jahrzehnt nachdem die legendäre Toscani-Benetton-Schock-Kampagne einer eher weichgespülten, typischen Modekampagne weichen musste (hier), scheinen nun wieder mutige Marketingentscheider das Ruder bei Benetton übernommen haben. Mit der so genannten "Unhate"-Kampagne will Benetton nun auch wieder Haltung, statt nur bunte Pullover und blasse Models zeigen.

Laut Branchenfachblatt W&V dürfen Spitzenpolitiker wie unter anderem Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, "Wir sind Papst" Benedikt XVI., Barack Obama, der chinesische Politiker Hu Jintao, der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hemmungslos küssen. Für die gute Sache und Strick- und Wirkwaren aus Italien.

Parallel zum Kampagnenstart gibt Benetton die Gründung der Stiftung "Unhate" bekannt. Liebe allein könne den Hass überwinden, dieser Grundgedanke stehe hinter der Kampagne, die Alessandro Benetton, Geschäftsführer der Benetton Group Spa, in Paris im Flagshipstore vorgestellt hat. Verantwortlich für die Kommuniaktionsstrategie ist Fabricadas Benetton-eigene Zentrum für Kommunikationsforschung.  Wenn schon die globale Liebe eine Utopie bleibe, so sei wenigstens die Einladung, nicht zu hassen, ein realistisches Ziel, wird Alessandro Benetton in der W&V zitiert

Die weltweite "Unhate"-Kampagne wird laut W&V Internet und Soziale Netze sowie Plakate und einen Online-Film einsetzen. Gleichzeitig sei sie "tief in den historischen Werten von Benetton verankert": Es ist nicht das erste Mal, das Benetton mit Küssen wirbt - oder Werbung überrascht, die gar nichts mit konventionellem Modemarketing zu tun hat. In den 90ern sorgten Motive des Hausfotografen Olivero Toscani für einen handfesten Skandal, weil sie Tabus zeigte, etwa ein küssendes Paar Nonne-Priester oder blutverschmierte Kleidung.

Was denkt ihr? Ist das nur bemühte Aufmerksamkeitsheischerei oder kann so eine Haltungskampagne die Marke attraktiv machen und letztlich den Abverkauf pushen?

Benetton_Obama