Juergen Teller für Missoni im Museum of Everything in London. Foto: Missoni.
Durchgedrehte Hippie-Mädchen vor buntem Spielzeug durfte der in der Mode unvermeidbare Juergen Teller für Missonis Frühjahrs-Kollektion 2011 in Szene setzen. Dass man die eigentliche Mode vor dem chaotischen Hintergrund kaum noch wahrnehmen kann hat offenbar weder den ewig überblitzenden Starfotografen noch die Missoni-Patriarchin Angela Missoni (auf dem Foto rechts) gestört.
"... it is the face off between the family and the weird and wondrous art that creates the artistic tension." lautet die offizielle Rechtfertigung aus dem Hause Missoni für diese Werbegeldverschwendung.
Mit rund einer Milliarde Euro Umsatz ist North Face der Platzhirsch unter den Outdoor-Marken (Foto: The North Face).
Dass das so genannte Outdoor-Segment ein Wachstumsdauerbrenner im Modemarkt ist, darüber habe ich ja hier schon häufiger berichtet. Immerhin (laut Handelsblatt) 14 Prozent Umsatzplus in 2009. Nun veröffentlichte das Handelsblatt heute ein Ranking der umsatzstärksten Outdoor-Marken (hier).
Ich sag doch: "Grüne Woche": Wer Lust hat in München mal selbst zu schauen, was die Öko-Mode so hervorbringt ist (hier) genau richtig. Die infashionmunich zeigt vom 19. - 21. Februar auf der Praterinsel die Sonderschau "GreenGlamour"
Der offizielle Pressebetreuer eastside communication (hier) schreibt über die Messe: "Ganz neu und einmalig dabei ist GreenGlamour, der erste und einzige Bereich für nachhaltige Mode während der Modewoche München! Damit ist die anerkannte Veranstaltung nicht nur das avantgardistische i-Tüpfelchen in besonderem Ambiente, sondern bietet den Trüffeljägern unter den Einkäufern ganz besondere Mode-Spezialitäten im Premium-Eco-Fashionsegment. GreenGlamour zeigt u.a. AvantgardeGreen, Ecozentric, Ecozona, Flavia Aranha, Glanz und Zauber sowie Kaethe Maerz."
Facebook stattet seinen Location Based Community Service "Places" nun auch in Europa mit der "Deal"-Funktion aus und gibt damit nun auch dem stationären Mode- und Lifestyle-Handel in Deutschland ein neues Marketing-Tool an die Hand.
Ich hatte (hier) ja schon im November 2010 etwas ausführlicher über Facebooks neues Tool gesprochen, dass nun auch in Deutschland genutzt werden kann.
In einem kurzen Video (hier) sowie einem deutschsprachigen Leitfaden zum Download erklärt die spezielle, inzwischen deutschsprachige Facebook Marketing Solutions-Website, wie Facebook Places Deals funktionieren.
Jeder, der Fashion- und Lifestyle-Produkte stationär handelt sollte sich mit Deals beschäftigen, um herauszufinden, wie man Kunden in der Nähe in sein Geschäft bringen kann.
Ökologisch einwandfrei: Der schicke Mantel mit Biberfell von Maison Martin Margiela (Foto: moreintelligentlife.com).
Irgendwie ist hier im Blog auch Grüne Woche. Selektive Wahrnehmung oder mein Unterbewusstsein scheinen mich momentan besonders aufnahmefähig für grüne Mode-Themen zu machen.
The Economist schreibt in seinem (übrigens verdammt gut gemachten) "More Intelligent Life"-Online Magazin (auch als iPad-App zu haben!) nun auch über "Sustainable Fashion" und kommt zu dem eigentlich unerhörten Schluss, dass Pelzmäntel und Krokotaschen grüner sind als manches Öko-Baumwoll-T-Shirt aus dem Fair-Trade-Shop. Betrachtet man nämlich die komplette Wertschöpfungskette von Mode (Anbau/Aufzucht, Ernte, Verarbeitung, Transport und Vertrieb), steht manches T-Shirt aus Organic Cotton einem Diesel ohne Rußpartikelfilter in nichts nach. Denn was die umweltbewußte Öko-Fashionista nicht weiß oder wissen will ist, dass der Anbau von Organic Cotton Unmengen an Wasser verbraucht, für neue Anbauflächen wertvoller Waldbestand abgeholzt werden muss und für die Weiterverarbeitung des natürlichen, nachwachsenden Rohstoffs häufig Unmengen an bösen Chemikalien eingesetzt werden.
Beerenfarbige Öko-Clutch von Asprey aus Farm-Alligator für "umweltfreundliche" 4.500 € (Foto: moreintelligentlife.com).
Als nachhaltige Alternative empfiehlt "More Intelligent Life" Krokodilleder und Biberfell aus amerikanischen Farmen oder Vicuna-Fell, einer in den Anden lebenden Kamelart. Zwar ein wenig teurer, als besagtes Öko-T-Shirt, aber mit Öko-Gewissensgarantie. Schade nur, dass das nötige Kleingeld für ökologisch-einwandfreie Mode nicht bei allen ein nachwachsender Rohstoff ist.
Den wirklich interessanten Artikel gibt es (hier).
Einige Teile aus der Lanvin-Recycel-Kollektion von H&M.
Passend zu meinem Post von gestern über Ökomode, dieser Post bei meinen Kollegen von profashionals (hier) über die grüne Ausrichtung von H&M. Demnach verwendet Hennes & Mauritz Stoffreste aus der Lanvin-Produktion für ein achtteiliges H&M-Sonderprogramm, dass man in Deutschland allerdings wohl nur in Hamburg kaufen können wird.
Ökomode stark im Kommen (Quelle: www.miniblue.com).
Die Bekleidungskette C&A verkaufte 2009, nach eigenen Angaben bereits 18 Millionen Kleidungstücke aus zertifizierter Biobaumwolle und ist damit, nach eigener Aussage, Europas führender Textilfilialist für dieses Material. Und H & M will den Anteil der Bio-Baumwolle bis 2013 um jährlich 50 Prozent erhöhen.
Ökomode ist längst kein Nischenprodukt mehr für Jutetüten-tragende Atomkraftgegner, sondern scheint, befreit von Öko-Muff und spaßloser Müsli-Aura, die gleiche positive Entwicklung zu nehmen, wie Bio-Lebensmittel. Vielleicht wird ökologisch-einwandfreie Mode sogar schon bald zur Commodity, zur modischen Selbstverständlichkeit, über man die man gar kein Wort mehr verliert.
Wer auf der Fashion Week war, konnte die wachsende Zahl der so genannten Öko-Mode-Labels kaum noch übersehen. Mit Summer Rayne Oakes (hier) gibt es nun sogar das "erste Ökomodel der Welt". Die grüne "Paris Hilton" konnte man, zusammen mit Schirmherrin Renate Künast (hier), auf der Berliner Ökomesse "TheKey.to" (hier) bewundern. Im mondänen Adlon (hier) hatte man bzw. Magdalena Schaffrin (hier) sogar einen "Green Showroom" (hier) eingerichtet, wo nachhaltig orientierte High-Fashion- und Accessoires-Labels ihre Kollektionen zeigten.
"Green Showroom"-Macherin Magdalena Schaffrin im Interview mit Die Zeit.
Einer der weltweit führenden Anbieter von private Label-Konfektion, die Israelische BAGIR Group (hier), beliefert Großabnehmer, wie Brooks Brothers oder Marks & Spencers längst mit schicken Anzügen aus recycelten PET-Flaschen, die sich auch noch umweltfreundlich in der Maschine waschen lassen.
Längst gibt es auf "grüne" Marken spezialisierte Werbe- und PR-Agenturen, wie z.B. die Münchener PR-Agentur greenside (hier), die auch um die Gefahren so genannten "Greenwashings" (hier) für die Glaubwürdigkeit von Öko-Mode-Marken wissen.
Bleibt spannend, zu beobachten, wie die modebegeisterten Kunden auf das wachsende Angebot CO2-Fußabdruck-optimerter Mode reagieren, denn Mode befriedigt ja doch eher Eitel- und Äusserlichkeit als die Suche nach inneren Werten.
Hier bedankt sich Burberrys Chefdesigner Christopher Bailey persönlich bei seinen inzwischen über 3 Millionen Facebook-Fans (Foto: Burberry).
"Unsere Zielgruppe hat doch besseres und wichtigeres zu tun, als sich in den Social-Networks rumzutreiben und über Mode zu posten." schmetterte mir der hörbar genervte Marketingdirector eines Luxus-Labels entgegen, auf meine Frage nach seiner Social-Network-Strategie.
Einer seiner Wettbewerber, Luxus-Trenchcoat-Schneider Burberry ist mit inzwischen über 3 Millionen Facebook-Followern nicht nur die wohl mit Abstand am meisten beachtete Luxus-Mode-Marke in den sozialen Netzen sondern konnte kürzlich vermelden, dass man seinen gewinn um 50% steigern konnten. Auch wenn man bei Burberry einen Teil des grandiosen Erfolgs der Expansion in wachsende Märkte zuschreibt, so ist man in London doch überzeugt, dass die Investition in eine ausgefeilte Social-Network-Strategie einen großen Anteil am Erfolg der Marke hat.
Vice President Facebook EMEA, Joanna Shields: "Burberry is successful not just because it makes great clothes, but because it understands the importance of sparking interest in the community and using social media to engage and delight their consumers. Whether Burberry is relating to consumers by promoting indie bands on their Facebook page or celebrating the ideas of the most stylish customers on their site, The Art of the Trench, Burberry is building its brand not simply by broadcasting and advertising to them, but by creating new media experiences for them.”
Ca. 2-minütiges Interview mit Burberry CEO Angela Ahrendts zu den Erfolgsfaktoren der Marke.
Learning Nr.1: Auch Luxus-Kunden tummeln sich viel und gerne in den sozialen Netzen. Learning Nr.2: Gerade hier lassen sich Marken-Mythen effizient auf- und ausbauen
Die offiziellen Websites der Marke Burberry (hier) und (hier).
Plakataktion des Dessous-Labels blush in Berlin (Foto: W&V).
Irgendwie braucht es bei dieser Plakataktion des Berliner Dessous-Labels schon eine Menge Starthilfe, damit der Funke überspringt. Die Reklameerklärer bei der W&V hievten das Plakat heute in die Rubrik "Kreation des Tages" und erläutern mühsam wie verklemmt die Aufrags-Botschaft der Pariser (sic!) Aktionskünstlerin Lea Brousse: Starthilfe ist auch nötig, wenn was anderes schlapp macht. Wenn der Heimwerkerkönig nach Hause kommt und erledigt ist vom Tagesgeschäft. Zu müde, zu gestresst für Streicheleinheiten. Zwei Möglichkeiten: rautenförmige blaue Tabletten oder scharfe Unterwäsche."
Pech, dass der W&V-Erklärbär-Text nicht auf jenem Plakat zu lesen ist. So, fürchte ich, macht die Reklamekunst der Agentur Glow wohl kaum einen Passanten an. Erotisch ist der Kabelsalat wohl nur für die gelben Engel. Den naheliegenden Kalauer mit dem "Kurzen" erspare ich meinen Lesern hier und bin mit der W&V der Meinung: "Einen Tick spannungsgeladener hätte die Starthilfe trotz der kreativen Idee ausfallen dürfen."
Das Video mit der Künstlerin zur Herstellung des heißen Motivs im kalten Berlin.