Montag, 31. Januar 2011

Facebook Deals bringt Kundschaft


Facebook stattet seinen Location Based Community Service "Places" nun auch in Europa mit der "Deal"-Funktion aus und gibt damit nun auch dem stationären Mode- und Lifestyle-Handel in Deutschland ein neues Marketing-Tool an die Hand.

Ich hatte (hier) ja schon im November 2010 etwas ausführlicher über Facebooks neues Tool gesprochen, dass nun auch in Deutschland genutzt werden kann.

In einem kurzen Video (hier) sowie einem deutschsprachigen Leitfaden zum Download erklärt die spezielle, inzwischen deutschsprachige Facebook Marketing Solutions-Website, wie Facebook Places Deals funktionieren.

Jeder, der Fashion- und Lifestyle-Produkte stationär handelt sollte sich mit Deals beschäftigen, um herauszufinden, wie man Kunden in der Nähe in sein Geschäft bringen kann.


Krokotäschchen als grüne Alternative zu Bio-Baumwoll-T-Shirts!


Ökologisch einwandfrei: Der schicke Mantel mit Biberfell von Maison Martin Margiela (Foto: moreintelligentlife.com).

Irgendwie ist hier im Blog auch Grüne Woche. Selektive Wahrnehmung oder mein Unterbewusstsein scheinen mich momentan besonders aufnahmefähig für grüne Mode-Themen zu machen.

The Economist schreibt in seinem (übrigens verdammt gut gemachten) "More Intelligent Life"-Online Magazin (auch als iPad-App zu haben!) nun auch über "Sustainable Fashion" und kommt zu dem eigentlich unerhörten Schluss, dass Pelzmäntel und Krokotaschen grüner sind als manches Öko-Baumwoll-T-Shirt aus dem Fair-Trade-Shop. Betrachtet man nämlich die komplette Wertschöpfungskette von Mode (Anbau/Aufzucht, Ernte, Verarbeitung, Transport und Vertrieb), steht manches T-Shirt aus Organic Cotton einem Diesel ohne Rußpartikelfilter in nichts nach. Denn was die umweltbewußte Öko-Fashionista nicht weiß oder wissen will ist, dass der Anbau von Organic Cotton Unmengen an Wasser verbraucht, für neue Anbauflächen wertvoller Waldbestand abgeholzt werden muss und für die Weiterverarbeitung des natürlichen, nachwachsenden Rohstoffs häufig Unmengen an bösen Chemikalien eingesetzt werden.


Beerenfarbige Öko-Clutch von Asprey aus Farm-Alligator für "umweltfreundliche" 4.500 € (Foto: moreintelligentlife.com).

Als nachhaltige Alternative empfiehlt "More Intelligent Life" Krokodilleder und Biberfell aus amerikanischen Farmen oder Vicuna-Fell, einer in den Anden lebenden Kamelart. Zwar ein wenig teurer, als besagtes Öko-T-Shirt, aber mit Öko-Gewissensgarantie. Schade nur, dass das nötige Kleingeld für ökologisch-einwandfreie Mode nicht bei allen ein nachwachsender Rohstoff ist.

Den wirklich interessanten Artikel gibt es (hier).


Freitag, 28. Januar 2011

Frau Antjes Running Shoes


Quelle: http://www.nike78.co.uk/johnny-kelly/


H&M recycelt Lanvin-Abfall


Einige Teile aus der Lanvin-Recycel-Kollektion von H&M.

Passend zu meinem Post von gestern über Ökomode, dieser Post bei meinen Kollegen von profashionals (hier) über die grüne Ausrichtung von H&M. Demnach verwendet Hennes & Mauritz Stoffreste aus der Lanvin-Produktion für ein achtteiliges H&M-Sonderprogramm, dass man in Deutschland allerdings wohl nur in Hamburg kaufen können wird.


Donnerstag, 27. Januar 2011

Ökomode macht Kohle


Ökomode stark im Kommen (Quelle: www.miniblue.com).

Die Bekleidungskette C&A verkaufte 2009, nach eigenen Angaben bereits 18 Millionen Kleidungstücke aus zertifizierter Biobaumwolle und ist damit, nach eigener Aussage, Europas führender Textilfilialist für dieses Material. Und H & M will den Anteil der Bio-Baumwolle bis 2013 um jährlich 50 Prozent erhöhen.

Ökomode ist längst kein Nischenprodukt mehr für Jutetüten-tragende Atomkraftgegner, sondern scheint, befreit von Öko-Muff und spaßloser Müsli-Aura, die gleiche positive Entwicklung zu nehmen, wie Bio-Lebensmittel. Vielleicht wird ökologisch-einwandfreie Mode sogar schon bald zur Commodity, zur modischen Selbstverständlichkeit, über man die man gar kein Wort mehr verliert.

Wer auf der Fashion Week war, konnte die wachsende Zahl der so genannten Öko-Mode-Labels kaum noch übersehen. Mit Summer Rayne Oakes (hier) gibt es nun sogar das "erste Ökomodel der Welt". Die grüne "Paris Hilton" konnte man, zusammen mit Schirmherrin Renate Künast (hier), auf der Berliner Ökomesse "TheKey.to" (hier) bewundern. Im mondänen Adlon (hier) hatte man bzw. Magdalena Schaffrin (hier) sogar einen "Green Showroom" (hier) eingerichtet, wo nachhaltig orientierte High-Fashion- und Accessoires-Labels ihre Kollektionen zeigten.


"Green Showroom"-Macherin Magdalena Schaffrin im Interview mit Die Zeit.

Einer der weltweit führenden Anbieter von private Label-Konfektion, die Israelische BAGIR Group (hier), beliefert Großabnehmer, wie Brooks Brothers oder Marks & Spencers längst mit schicken Anzügen aus recycelten PET-Flaschen, die sich auch noch umweltfreundlich in der Maschine waschen lassen.

Längst gibt es auf "grüne" Marken spezialisierte Werbe- und PR-Agenturen, wie z.B. die Münchener PR-Agentur greenside (hier), die auch um die Gefahren so genannten "Greenwashings" (hier) für die Glaubwürdigkeit von Öko-Mode-Marken wissen.

Bleibt spannend, zu beobachten, wie die modebegeisterten Kunden auf das wachsende Angebot CO2-Fußabdruck-optimerter Mode reagieren, denn Mode befriedigt ja doch eher Eitel- und Äusserlichkeit als die Suche nach inneren Werten.

Frühere Posts über Ökomode (hier), (hier), (hier), (hier), (hier) und (hier)


Mittwoch, 26. Januar 2011

Burberry wächst Dank Facebook und Co.


Hier bedankt sich Burberrys Chefdesigner Christopher Bailey persönlich bei seinen inzwischen über 3 Millionen Facebook-Fans (Foto: Burberry).

"Unsere Zielgruppe hat doch besseres und wichtigeres zu tun, als sich in den Social-Networks rumzutreiben und über Mode zu posten." schmetterte mir der hörbar genervte Marketingdirector eines Luxus-Labels entgegen, auf meine Frage nach seiner Social-Network-Strategie.

Einer seiner Wettbewerber, Luxus-Trenchcoat-Schneider Burberry ist mit inzwischen über 3 Millionen Facebook-Followern nicht nur die wohl mit Abstand am meisten beachtete Luxus-Mode-Marke in den sozialen Netzen sondern konnte kürzlich vermelden, dass man seinen gewinn um 50% steigern konnten. Auch wenn man bei Burberry einen Teil des grandiosen Erfolgs der Expansion in wachsende Märkte zuschreibt, so ist man in London doch überzeugt, dass die Investition in eine ausgefeilte Social-Network-Strategie einen großen Anteil am Erfolg der Marke hat.

Vice President Facebook EMEA, Joanna Shields: "Burberry is successful not just because it makes great clothes, but because it understands the importance of sparking interest in the community and using social media to engage and delight their consumers. Whether Burberry is relating to consumers by promoting indie bands on their Facebook page or celebrating the ideas of the most stylish customers on their site, The Art of the Trench, Burberry is building its brand not simply by broadcasting and advertising to them, but by creating new media experiences for them.”


Ca. 2-minütiges Interview mit Burberry CEO Angela Ahrendts zu den Erfolgsfaktoren der Marke.

Learning Nr.1: Auch Luxus-Kunden tummeln sich viel und gerne in den sozialen Netzen.
Learning Nr.2: Gerade hier lassen sich Marken-Mythen effizient auf- und ausbauen

Die offiziellen Websites der Marke Burberry (hier) und (hier).


Donnerstag, 20. Januar 2011

Anlasser statt Anmacher


Plakataktion des Dessous-Labels blush in Berlin (Foto: W&V).

Irgendwie braucht es bei dieser Plakataktion des Berliner Dessous-Labels schon eine Menge Starthilfe, damit der Funke überspringt. Die Reklameerklärer bei der W&V hievten das Plakat heute in die Rubrik "Kreation des Tages" und erläutern mühsam wie verklemmt die Aufrags-Botschaft der Pariser (sic!) Aktionskünstlerin Lea Brousse: Starthilfe ist auch nötig, wenn was anderes schlapp macht. Wenn der Heimwerkerkönig nach Hause kommt und erledigt ist vom Tagesgeschäft. Zu müde, zu gestresst für Streicheleinheiten. Zwei Möglichkeiten: rautenförmige blaue Tabletten oder scharfe Unterwäsche."

Pech, dass der W&V-Erklärbär-Text nicht auf jenem Plakat zu lesen ist. So, fürchte ich, macht die Reklamekunst der Agentur Glow wohl kaum einen Passanten an. Erotisch ist der Kabelsalat wohl nur für die gelben Engel. Den naheliegenden Kalauer mit dem "Kurzen" erspare ich meinen Lesern hier und bin mit der W&V der Meinung: "Einen Tick spannungsgeladener hätte die Starthilfe trotz der kreativen Idee ausfallen dürfen."


Das Video mit der Künstlerin zur Herstellung des heißen Motivs im kalten Berlin.


Mittwoch, 12. Januar 2011

Reizvolle Viral-Kampagne vom Lingerie-Agenten


Und schon wieder ein sehenswertes wie provokantes Stück Kommunikation von Lingerie-Spezialist Agent Provocateur. Das sechsminütige Spannervideo zeigt Mark Ronson's Freundin am Sylvesterabend in Ihrem Apartment in reizvoller Unterwäsche. Dabei lümmelt sich die französische Schauspielerin und Sängerin Josephine de la Baume gelangweilt aber fotogen auf dem Teppich, liest Zeitung und sucht auch mal ihr Telefon. Mehr passiert eigentlich.

Dass Video wurde scheinbar von De la Baumes Anwälten im Web angefochten und dessen weitere Verbreitung untersagt (cleverer Marketing-Trick!) und verteilte sich viral in Lichtgeschwindigkeit. Inzwischen hat Agent Provocateur zugegeben, dass Video als Teaser für die Kollektion Frühjahr/Sommer 2011 produziert zu haben. Josephine sei nun das offizielle "Gesicht" der Marke.

Mehr über die Kampagne auf dem YouTube-Kanal von Agent Provocateur (hier).

Ältere Posts über Kampagnen von Agent Provocateur in meinem Blog (hier), (hier) und (hier).


Dienstag, 11. Januar 2011

iPad-Hülle Royal-Style


Der iPad-Hülle von Harris Tweed für umgerechnet 66,00 € (Foto: Harris Tweed).


Laptop-Hülle von Harris Tweet (Foto: Harris Tweed).


Und die iPhone-Hülle von und aus Harris Tweed (Foto: Harris Tweed).

Den Anhängern eines eher klassischen oder spleenigen Kleidungsstils unter meinen Leser dürfte Harris Tweed sicher ein Begriff sein. Vermutlich hängt sogar das eine oder andere Tweed-Sacko im Kleiderschrank, und das vermutlich schon seit vielen Jahren. Denn, der legendäre handgewebte Stoff von schottischen Webern der Äusseren Hebriden-Inseln Lewis, Harris, Uist und Barra ist nicht nur ein zeitloser Klassiker, sondern auch unglaublich strapazierfähig und daher kaum tot zu kriegen.

Nun passt der schwere, kratzige Stoff eher zum englischen Land- und Hochadel, trägt etwas auf und überzeugt nicht gerade mit großer Eleganz und so ist Harris Tweed bedauerlicherweise bei den Trendsettern etwas aus der Mode gekommen, wie auch Nick Knatterton (hier), neben Prinz Charles wohl einer der berühmtesten Tweed-Träger.

Vermutlich nach dem Genuss des einen oder anderen Malt-Whiskeys kam den Tweet-Vermarktern die geniale Idee, wie sie ihren etwas in die Jahre gekommenen Stoff wieder aktuell machen könnten. Die uralte Marke Harris Tweed schneidert nun "Bekleidung" für die Top-aktuelle Marke Apple. Beziehungsweise für deren iGadgets MacBook, iPad und iPhone.

Mit diesem Marketing-Geniestreich kann es gelingen, das olle Stöffchen wieder hipp zu machen. denn was das iPhone kleidet steht dem Besitzer nicht minder gut. Ich drücke die Daumen.


Eine Übersicht aller Harris Tweed "i"-Produkte mit Bestellmöglich (hier).


Zurück aus der Pause


(Foto: Bahoola via flickr.com)

Der (B)Advertiser ist zurück aus der kreativen Weihnachtspause und wünscht allen Fashion Marketeers neue Ideen für ihre Marken, den Mut, unbetretene Wege zu gehen, kreative Partner und vor allem Erfolg. Ich freue mich auf ein spannendes 2011, teuflisch gute Promotions und Kampagnen und natürlich die obligatorischen höllisch schlechten, die ja letztlich das Salz für (B)Advertising-Suppe sind.

Allen Lesern ein wunderbares neues Jahr! Bleibt mir treu!

Euer (B)Advertiser


Montag, 20. Dezember 2010

Waschmittelreklame und Grips - Geht das zusammen?


Ein beispielhaftes Motiv der mit dem Epica Award ausgezeichneten Kampagne von Saatchi & Saatchi Polen für Ariel. Weitere Motive weiter unten.

Waschmittel haben zwar nur indirekt etwas mit Mode und Lifestyle zu tun, aber die Idee hinter der Ariel-Kampagne ist so nett und minimalistisch, dass ich sie meine Lesern nicht vorenthalten wollte.

Für alle die Idee - wie ich - auf den ersten Blick nicht gleich erkannt haben, hier der Reklameerklärer: Um den Claim "Clean like new" bzw. das Versprechen der dauerhaften Farberhaltung zu dramatisieren, nähte Saatchi & Saatchi Poland kurzerhand Herkunftsetiketten in bunte Klamotten, aus Ländern, die schon lange nicht mehr existieren: "Tschechoslowakei (bis 1993), UDSSR (bis 1991), DDR (bis 1990) und Jugoslawien (bis 1992).

Ein seltenes Beispiel für intelligente Waschmittelreklame, die auch schon deswegen hängen bleibt, weil man ausnahmsweise ein wenig Grips aufwenden muss, um die Botschaft zu verstehen.