Donnerstag, 17. November 2011

Papst küsst nicht mehr mit, für Benetton

Laut Handelsblatt hat Benetton das Papst-Motiv mit Rücksicht auf die Gläubigen inzwischen zurückgezogen.Foto: dpa

















Gestern hier auf dem Blog vorgestellt: die neue "Unhate"-Kampagne von Benetton, schon weiß das Handelsblatt zu berichten, dass der italienische Modekonzern ein Motiv zurückzieht. Auf die Fotomontage eines Kusses zwischen Papst Benedikt XVI. und dem ägyptischen Imam Ahmed el Tajjeb hatte die katholische Kirche wohl verärgert reagiert und mit geeigneten Gegenmaßnahmen gedroht. Das Modehaus habe die „Gefühle der Gläubigen“ nicht verletzen wollen, hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung. Hätte man sich bei Bentton ja wohl auch irgendwie denken können. Hat man man sicher auch, denn was gibt es schöneres als weltweit kostenlosen PR-Rummel um eine Marke, die in den letzten Jahre etwas aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden war.



Es handele sich um eine „konstruktive Provokation“, erklärte Vize-Unternehmenschef Alessandro Benetton – laut Handelsblatt – in einer Presskonferenz. Ziel sei es, „das Ideal der Toleranz weithin sichtbar zu machen“. Das Unternehmen verfolge soziale Ziele und setze sich aktiv für humanitäre Angelegenheiten ein. Dies habe „nicht auf andere Weise global kommuniziert werden können“.

Der (B)Advertiser ist gespannt auf weitere PR-trächtige Ankündigungen und skandalöse Motive.

Mittwoch, 16. November 2011

Benetton lässt Politiker für sich knutschen

Benetton_Unhate_SARKOZY_MERKEL














Fast ein Jahrzehnt nachdem die legendäre Toscani-Benetton-Schock-Kampagne einer eher weichgespülten, typischen Modekampagne weichen musste (hier), scheinen nun wieder mutige Marketingentscheider das Ruder bei Benetton übernommen haben. Mit der so genannten "Unhate"-Kampagne will Benetton nun auch wieder Haltung, statt nur bunte Pullover und blasse Models zeigen.

Laut Branchenfachblatt W&V dürfen Spitzenpolitiker wie unter anderem Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, "Wir sind Papst" Benedikt XVI., Barack Obama, der chinesische Politiker Hu Jintao, der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hemmungslos küssen. Für die gute Sache und Strick- und Wirkwaren aus Italien.

Parallel zum Kampagnenstart gibt Benetton die Gründung der Stiftung "Unhate" bekannt. Liebe allein könne den Hass überwinden, dieser Grundgedanke stehe hinter der Kampagne, die Alessandro Benetton, Geschäftsführer der Benetton Group Spa, in Paris im Flagshipstore vorgestellt hat. Verantwortlich für die Kommuniaktionsstrategie ist Fabricadas Benetton-eigene Zentrum für Kommunikationsforschung.  Wenn schon die globale Liebe eine Utopie bleibe, so sei wenigstens die Einladung, nicht zu hassen, ein realistisches Ziel, wird Alessandro Benetton in der W&V zitiert

Die weltweite "Unhate"-Kampagne wird laut W&V Internet und Soziale Netze sowie Plakate und einen Online-Film einsetzen. Gleichzeitig sei sie "tief in den historischen Werten von Benetton verankert": Es ist nicht das erste Mal, das Benetton mit Küssen wirbt - oder Werbung überrascht, die gar nichts mit konventionellem Modemarketing zu tun hat. In den 90ern sorgten Motive des Hausfotografen Olivero Toscani für einen handfesten Skandal, weil sie Tabus zeigte, etwa ein küssendes Paar Nonne-Priester oder blutverschmierte Kleidung.

Was denkt ihr? Ist das nur bemühte Aufmerksamkeitsheischerei oder kann so eine Haltungskampagne die Marke attraktiv machen und letztlich den Abverkauf pushen?

Benetton_Obama

Mittwoch, 9. November 2011

Werbeorchester brauchen erfahrene Dirigenten!

NewImage













Wer seine Kommunikationsstrategie clever "orchestriert" kann effizienter werben (Abbildung: Scholz & Friends).

Fragen Sie sich auch manchmal, ob Ihre Kommunikationskanäle wirklich Synergieeffekte erzeugen, Ihre Kommunikationsdienstleister wirklich Hand in Hand für Ihre Marke arbeiten? Oder macht jeder seinen Stiefel, verteidigt sein Budget und schert sich einen Dreck darum, was zur Erreichung der Markenziele gerade opportun und richtig wichtig wäre? Da reden dann die Markenwerber über Haltung und Werte, während die Direct Marketers mal wieder die Price-Off-Offensive starten, die PR-Leute über Nachhaltigkeitsthemen schwadronieren und die Visual Merchandizer die neuesten Deko-Ideen der großen brittischen Kaufhäuser recyceln. Kakophonie nennt man das – glaube ich –  in der Musik und die hat nur wenige Liebhaber.

Aus der Musik kommt auch die Lösung: Bin gerade bei der Vorbereitung eines Workshops für Studenten in diesem Zusammenhang über die (vielleicht gar nicht so) alte Methode der "Orchestration" gestolpert. Ein hilfreiches Bild für die Strategie, alle Kommunikationsmaßnahmen einer Marke konsequent auf eine Botschaft und eine Zielgruppe auszurichten und zeitlich perfekt aufeinander abzustimmen.
Seit vielen Jahre hat sich die Agentur Scholz & Friends "Orchestration" auf die Fahnen geschrieben. Aber schon der Werbealtmeister David Ogilvy verwendete gerne dieses Bild. Andere sprechen von "Integrierter Kommunikation" oder "360-Grad-Kommunikation", meinen damit aber letztlich dasselbe. In Zeiten der fragmentierten Kommunikationskanäle und steigender Kosten für die Erreichung wichtiger Zielgruppen ist das Thema Orchestration aktueller denn je.

Wie Orchestration funktionieren kann und was man sich dabei von der E-Musik abgeguckt hat, erläutert Scholz &Friends Ex-Vorstand Sebastian Turner so:

"Ein Komponist integriert nicht sechzig munter drauflos spielende Musiken sondern schreibt das 
musikalische Thema auf. Die Partitur instrumentiert das Thema, je nach musikalischem Bedarf für Ouartett, Oktett oder
Orchester - nicht umgekehrt. Die Wahl der lnstrumente folgt der Frage, welche von ihnen die Musik am besten tragen.
 Wo immer Ideen den entscheidenden Wert darstellen, ist Orchestrierung gefragt, mit einem Dirigenten im Zentrum. Das Leitbild des Orchesters drängt sich aus weiteren Griinden auf. Geschlossenheit: Eine großartige Auffilhrung kann
 durch ein einziges fa/sch gespieltes Instrument zerstört werden. Ein unbedachtes Interview kann eine ganze Kampagne 
ad absurdum führen. Respekt: Das Orchester schaut auf zum Publikum - und käme nicht aut die Idee, es als tumbe
 Konsumidioten zu verachten. Selbstrespekt: Die Mitwirkung in einem Orchester ist für einen Künstler kein Widerspruch 
zur Meisterschaft auf einem Instrument, auch das Solo folgt der Partitur." soweit Ex ADC-Vorstandssprecher Turner, anlässlich des Deutschen Werbekongress, anno 2003.

Ich empfehle jedem, der substanzielle Mittel in Markenkommunikation investiert, sich ein Beispiel an den erfolgreichen Orchestern dieser Welt zu nehmen. Effiziente Markenwertung braucht eine clevere Partitur, einen erfahrenen Dirigenten und talentierte Musiker (aka Kommunikationsprofis), um Erfolg zu haben.

Scholz &Friends heute über Orchestration (hier).

Montag, 7. November 2011

Stiftung Warentest hat Online-Shops getestet

Dessous Unterwäsche  Lingerie Online Shop | enamora de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Testsieger bei Stiftung Warentest: Der Online-Shop von Enamora (Foto Screenshot).

Stiftung Warentest hat gerade 13 Onlineshops getestet und bewertete zwar jeden zweiten Shop mit „Gut“, drei E-Stores lieferten jedoch nur „ausreichende“ Ergebnisse. Es gibt aber auch zwei virtuelle Shops, die auf ganzer Linie überzeugten: Enamora und Zalando gehen als Sieger hervor,

Im Zuge der Studie wurden 13 Onlinestores für Bekleidung und Schuhe im Hinblick auf unterschiedliche Faktoren wie Bestellabwicklung, Kundenorientierung, Handhabung und Produktinformationen genauer unter die Lupe genommen wurden. Auf den letzten beiden Plätzen landeten die Webshops von Zara und Mango. Während bei ersterem unter anderem Rechnungskauf, Nachnahme und Bankeinzug nicht möglich waren, präsentiert sich die Page von Mango laut Stiftung Warentest als wenig informativ und sei umständlich zu bedienen, so der Fachdienst 1st blue.

Die kompletten Testergebnisse gibt es unter www.test.de.

Hier noch die Adressen der Testkandidaten:

amazon.de
http://www.amazon.debaur.de

BAUR VERSAND
http://www.baur.de

enamora.de
http://www.enamora.de

engelhorn.de
http://www.engelhorn.de

herrenausstatter.de
http://www.herrenausstatter.de

hm.com/de
http://www.hm.com/de

mango.com
http://www.mango.com

neckermann.de
http://www.neckermann.de

otto.de
http://www.otto.depm-outdoorshop.de

pm-outdoorshop.de
http://www.pm-outdoorshop.de

schuhhaus-meyer.eu
http://www.schuhhaus-meyer.eu

zalando.de
http://www.zalando.de

zara.com
http://www.zara.com

 

 

Armbanduhr – Pirate Style

Technomarine watches ad campaign advertising fall winter 2011 2012 03

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Technomarine watches ad campaign advertising fall winter 2011 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirklich mal ein Hingucker, die neue Kampagne des Genfer Uhren-Labels TechnoMarine. Wer will schon die hunderste Armbanduhr am behaarten männlichen Handgelenk mit Doppelmanschette sehen? Und Augenklappe steht einer maritimen Marke (TechnoMarine wurde in St. Tropez erfunden!) immer gut.

Die Idee zu dieser für Uhren eher ungewöhnlichen Kampagne stammt von TechnoMarine-Gesellschafter Jean-Marc Loubier und wurde – glaubt man dem Textilfachblatt WWD – mit Hilfe der französischen Agentur Being umgesetzt. Laut WWD hatte die Marke es bitter nötig, sich quasi neu zu erfinden und für jüngere Zielgruppen wieder attraktiver zu werden.

Hataway man

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganz neu ist die Idee mit der Augenklappe allerdings nicht. Gelang es doch schon Werbealtmeister David Ogilvy in den 50er Jahren mit einer Augenklappe Aufmerksamkeit für Hathaway-Hemden zu erzeugen.

Die offizielle Homepage von TechnoMarine (hier).

Freitag, 28. Oktober 2011

iGlove oder Bifi-Würstchen? Winterliche Handmode für iPhone-Junkies

NewImage

Touchscreens auch im Winter bedienen, dank Hightech-Handschuhen. Foto: Agloves

Schon mal versucht, mit eingefrorenen Fingern eine SMS zu tippen? Der Wachstumsmarkt von Touchscreen-Mobiltelefonbesitzern hat nun auch die Modeindustrie auf den Plan gerufen. Lassen sich die Dinger doch partout nicht mit Handschuhen bedienen, weil die berührungsempfindlichen Scherens Hautoberflächenströme messen, die normale Handschuhe nicht durchlassen. Problem erkannt! Und schon bieten die ersten Handschuhhersteller Touchscreen-kompatible Fingerwärmer (neudeutsch "E-Tips") an. Meist mit saftigen Preisaufschlägen, weil aus dem lapidaren Woll- oder Fleece-Hanschuh nun ein Hightech-Eingabegerät geworden ist.

Die nicht gerade als innovativ bekannte Traditionshandschuhmarke Roeckl war eine der ersten. Inzwischen haben Wettbewerber wie zum Beispiel Agloves  oder The Northface (Model "E-Tipp" mit "X-Static"-Technologie) nachgezogen.

Für alle, die ihre alten Handschuhe anbehalten wollen und das gesparte Geld lieber in das neueste iPhone Modell investieren wollen, hat Zeit Online noch einen ganz mutigen Tipp parat: So soll ein Bibi-Würstchen von der Tanke angeblich den nötigen Oberflächenstrom besitzen, um als Fingerersatz für den winterlichen Einsatz herhalten zu können. Na dann Mahlzeit!

Der Original-Artikel bei Zeit online (hier).

Die Agloves stammen aus den USA und sollen direkt beim Hersteller für rund $18 zzgl. Versand und Steuern zu haben sein. Derzeit scheint der Versand nach Deutschland allerdings nicht möglich, dieser soll im Verlaufe des Januars wieder möglich sein.

Die E-Tip Handschuhe scheinen auch durch den direkten Vertrieb in Deutschland nicht leichter zu haben, da sie sich wohl einer großen Beliebtheit erfreuen. Hier dürfte das Problem also eher an der Verfügbarkeit hängen. Zu bekommen sind die E-Tip wohl für rund 40 Euro.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Goldfischverpackung für Festina Uhren

Mit dem Red Dot Award ausgezeichnet: Verpackung für wasserdichte Uhren von Festina

Die besten Idee sind die (eigentlich) naheliegendsten. Scholz & Friends Identify beeindruckte die Red-Dot-Jury mit ihrem Packaging für die wasserfeste Taucheruhr von Festina.

Montag, 26. September 2011

So macht Werbung Spaß: Zalando bringt Männer zum Schreien

W&V: Zalando bringt Männer zum Schreien

GORE-TEX schickt virale Spots ins Rennen















Dass GORE-TEX-Produkte wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv hat sich sicher inzwischen herum gesprochen. Aber das versprechen viele andere Outdoor-Produkte heute auch, halten aber nicht immer, was sie da so vollmundig versprechen. Mit einer Serie von drei viralen Fünf-Minuten-Spots will GORE-TEX nun beweisen, dass der Platzhirsch unter den Hightech-Outdoor-Textilien-Anbietern wirklich hält, was seine Werbung verspricht: "Guaranteed To Keep You Dry.". Der erste von drei wirklich sehenswerten Spots ist seit dem Wochenende "on air" und verteilt sich vermutlich schon Epidemie-artig unter Werbern und Outdoor-Fans.

Ausgedacht hat sich die Spots um die beiden Protagonisten Gorden und Ted die Münchener Great White Ark Online Marketing GmbH. Realisieren durfte die unterhaltsamen Spots Jochen Hirschfeld mit seiner Living Room Pictures Produktion.

Den ersten viralen Spot kann man auf YouTube (hier) ansehen. Wer mehr über GWA beziehungsweise Great White Ark erfahren möchte kann sich (hier) schlau machen. Kontakt zu Living Room Pictures findet ihr (hier).

Donnerstag, 22. September 2011

Nicht ganz ernst gemeinte Tipps für angehende Poser

Klamotten-Versender Boden erklärt humorvoll die gängigsten Model-Posen. Foto:Screenshot der Boden-Website















Wie quasi jeder Mann zum Model werden kann erläutert ein kurzes Lehrvideo des englischen Modeversenders JP Boden. Besonders lustig anzusehen, für alle aus der Branche, zu deren täglich Brot Mode-Shootings gehören. Das Video findet ihr (hier).

Ein Klick in den Webauftritt des Versenders lohnt ohnehin. Mir gefällt der Humor und die Tonalität sehr gut.