Mittwoch, 11. März 2009

Consumer Generated Fashion

Ein weiterer Schritt in der Demokratisierung der Mode durch das WWW: Polyvore.com. Fashion Brands watch out! Seit 2007 online, läuft diese „Create-your-own-Style“-Seite gerade zum absoluten Hype unter den Fashionstas auf und wird – richtig genutzt – zu einem interessanten und effektiven Marketing-Tool für ausgeschlafene Mode- und Lifestyle-Marketeers. Worum geht’s? Unter www.polyvore.com kann sich Jedermann und Jedefrau aus beliebigen web-basierten Modebildern ganz einfach digitale Style-Collagen „zusammenkleben“ (so wie wir das von den Modezeitschriften her kennen) und dabei herrlich mixen und matchen. Ist man mit seinem Style zufrieden kann man ihn auf einem der vielen Polyvore-Blogs veröffentlichen. Auf dem offiziellen Polyvore-Blog tauschen die Polyvorista ihre Styling-Ideen miteinander aus. Hier gibt es unter anderem Styling-Tipps für die „Apple-Shaped Ladies“ wie für die Anhänger eines eher maskulinen Styles. Polyvore ist kostenlos und macht wohl süchtig. Die schon über über 2,5 Mio. Polyvore-Nutzer verbringen nach Angabe der Polyvore-Macher Tage und Nächte mit dem Kreieren, Austauschen und Kommentieren immer neuer Styles und Outfit-Ideen. Ich halte Polyvore für ein geniales Marketinginstrument. Aufgrund des hohen Engagements der Nutzer und dem Pool echter Outfits bekannter Marken als Spielmasse, wird aus der geballten Kreativität der Polyvore-Gemeinde eine bisher nie da gewesene Plattform für Nutzer-generierten Werbe-Content. Wie der Fashionista-Blog zu berichten weiß, haben große Marken in den USA (z.B. Nine West) bereits begonnen, Nutzer-Wettbewerbe auf Basis von Polyvore auszuschreiben und belohnen die kreativsten oder beliebtesten Outfit-Kombinationen der Teilnehmer mit attraktiven Preisen. Einige Online-Stores (wie zum Beispiel der von BCBG)haben ja schon ähnliche (wenn auch längst nicht so ausgefeilte)Technologien im Programm, um ihren Kunden zu helfen, die richtigen Outfits zusammen zu stellen und zu kaufen. Wie man liest erhöhen solche Techniken den Umsatz pro Kaufakt erheblich. PR-Agenten tun künftig gut daran, Ihre Lookbooks auch bei Polyvore einzuschleusen. Als kreatives Ausgangsmaterial für die User. Gar nicht auszudenken, wenn die eine oder andere kommerzielle Marke auf den Gedanken käme, ihre Designer mit Polyvore-Outfits zu füttern, um bedarfsgerechtere Kollektionen zu kreieren. Es lohnt sich also Polyvore im Auge zu behalten.

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