"People of Walmart" ist so etwas wie das US-amerikanische Gegenkonzept zu "The Satorialist" (Fotos: People of Walmart).
Seit August 2009 sammeln drei Freunde Fotos von schrägen und exaltiert gekleideten Kunden des US-Shopping-Giganten Walmart und zeichnen so ein herrlich real-satirisches Bild des amerikanischen Bekleidungsunkultur.
Die neue Trailhead(TM)-App von The North Face hilft dabei interessante Trails in der Umgebung zu finden und zu entdecken (Screenshots).
Hatte gerade die Tage mit einem befreundeten Outdoor-Fashion-PR-Profi über die Idee gesprochen, für einen seiner Kunden eine digitale Hiking-Community aufzubauen. Dazu passt die Meldung, dass Wettbewerber The Northface nun eine iPhone App hat entwickeln lassen, die viele der von uns diskutierten Funktionalitäten beinhaltet.
Die App schlägt Touren in der Umgebung des Users vor. Dies können von allen Usern bewertet werden. Hat man eine passende Tour gefunden, kann man sich den Trail auf einer GoogleMap anzeigen lassen und später, wenn man den Ausgangspunkt erreicht hat die Navi einschalten und sich führen lassen. Wer Varianten der Tour geht, kann seine neue Route auch gleich aufzeichnen und anderen Usern zur Verfügung stellen.
Zu meiner großen Überraschung gibt es bei Trailhead(TM) bereits eine große Auswahl an Touren-Tipps für meine Umgebung (München).
Natürlich ist in der App auch Branded Content integriert. So gibt es einen Store Locater, einen The North Face News Feed und einen Link zu PlanetExplore(TM), der Social Media Plattform des Expeditions-Anbieters aus Kalifornien.
Wenn The North Face die App nun noch um eine Branded-Social-Community erweitern und ihrer Zielgruppe ermöglichen würde untereinander in Kontakt zu treten, sich online austauschen zu können, wäre das Social-Media-Paket rund.
Der (B)Advertiser hatte über The North Face ja schon im Zusammenhang mit einem interessanten Location-Based-Marketing-Ansatz (Geo-Fence) berichtet (hier).
Der original-Post auf Mashable (hier).
Der Link zur iPhone App (hier).
Die "Timberland Expeditions"-App (Screenshots).
Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass Wettbewerber Timberland(TM) mit "Timberland Expeditions 1.02" auch eine Trail-App im Apple App Store anbietet. Mit schöner (wenn auch sehr US-amerikanischer) Grafik, passenden Musikvorschlägen aus dem iTunes-Store, einem In-App-Game und den obligatorischen Markenangeboten. Leider ist die App nur für den US-amerikanischen Markt lokalisiert und für europäische User (noch) weitgehend unbrauchbar. Auf meinem iPhone stürzt die App auch noch häufig ab.
Textildiscounter KiK verspricht komplettes Einkleiden für nur 30 Euro (Foto: ARD).
"Die miesen Methoden des Textildiscounters" KIK will heute die Doku "Um jeden Preis" im Ersten aufdecken. Wir dürfen gespannt sein auf "Innenansichten einer Billigkette, die wie kaum ein anderes Unternehmen expandiert".
"Das Versprechen des Textildiscounters KiK klingt verlockend: Komplett Einkleiden für unter 30 Euro, von der Socke bis zur Mütze. Mit dieser aggressiven Preispolitik hat es KiK im Einzelhandel ganz nach oben geschafft. Beinahe täglich eröffnen neue Filialen.
Das Unternehmen ködert die Kunden mit fast unglaublichen Angeboten: Jeans für 9,99 Euro, Bermudas für 3,99 Euro, T-Shirts für 1,99 Euro.
Doch wie kommen diese Schleuderpreise zustande – und wer muss dafür bezahlen? Eine Reportage aus der Welt von Dumpinglöhnen, Ausbeutung und fragwürdigen Geschäftsmethoden.", so der offizielle Pressetext der ARD.
Das Video vom Interview mit Natalie Massenet, Gründerin des wohl weltgrößten Luxus-Mode-Etailers Net-a-Porter, anlässlich des 10-jährigen Firmenjubiläums (Quelle: www.businessoffashion.com).
Für rund 60 Millionen Euro hatte der Schweitzer Luxusgüterkonzern Richemont (u.a. A.Lange & Söhne, Baume & Mercier, Cartier, IWC, Montblanc etc.) im Frühjahr weitere Anteile von Massenet gekauft und Net-a-Porter (geschätzter Wert rund 400 Millionen Euro) damit übernommen. Anlässlich des zehnjährigen Firmenjubiläums ließ sich die bescheiden und schüchtern wirkende Gründerin des erfolgreichen Luxus-Label-Versenders in ihrem Headquater in London vom Chefredakteur des einflussreichen Business Of Fashion Magazins interviewen.
Mit einem Startkapital von 10 Millionen Euro gegründet, ist Pret-a-Porter einer der wenigen Gewinner der so genannten Dotcom-Blase der Jahrtausendwende.
Aus der Moderedaktion kommend, entwickelte Massenet Net-a-Porter als ihr "magazine, you can shop from". So gelang es ihr die modischen Anregungen eines Modemagazins und den Kaufimpuls zeitlich direkt zusammen zu führen und dabei viele psychologische und logistische Kaufbarrieren einfach auszuschalten.
Massenet spricht in dem Interview auch darüber, wie es Net-a-Porter gelingt, die Akteure der neuen Sozialen Medien, die Fashion Blogger, geschickt für ihren Onlinehandel zu nutzen und auch über Affiliate-Programme am Erfolg profitieren zu lassen.
Die Ehefrau eines erfolgreichen Hedges-Fonds-Manager und zweifache Mutter spricht hier auch erstmalig offiziell über den Launch ihres neuen Men's-Fashion-Portals "Mr. Porter" und stellt de rechtzeitig zum Interview fertig gestellte Net-a-Porter iPad-App vor.
Interessant fand ich auch das Gespräch über die Frage, warum die Fashion-Industrie immer noch Millionen für Presse-wirksame Fashion Shows ausgibt, die den Frauen dann eine Mode zeigen, auf die sie in der Regel noch viele Monate warten müssen. Massenets Antwort ist verblüffend einfach: Setzt einfach eine Saison aus. Nutzt die Shows als Medien-Events. Zeigt die Mode, die dann anschließend an den Handel ausgeliefert wird. Einkäufer lassen sich von Giga-Showsohnehin nicht beeindrucken.
Louis Vuitton Werbung in Shanghai: Besonders in China giert die Kundschaft nach der Edelware des Luxuskonzerns. Quelle: ap
Unter dem Titel "Kundschaft giert nach Edelware" berichtete das Handelsblatt gestern darüber, wie Luxus-Konzern Louis Vuitton erfolgreich der Krise trotzt. Das Beispiel macht Hoffnung, dass mit luxuriösem Lifestyle immer noch Geld zu machen ist. Wenn man es nur richtig anstellt.
Zwei Motive aus der "Meet the Hilfigers"-Kampagne.
Nun hat auch die all-American Preppy-Brand Hilfiger's das Social Network für sich entdeckt. Star der "Meet The Hilfigers"-Kampagne der New Yorker Fashion- und Lifestyle-Agentur Laird+Partners ist eine etwas verschrobene sechzehnköpfige "Familie", die für fast jeden einen entsprechenden Identifikationsanker bereithält. Interessant finde ich die konsequente Vernetzung der Kampagne auch in die so genannten sozialen Netzwerke. So haben einige Familienmitglieder eigene Facebook- und Twitter-Accounts und werden somit "lebendig", "anfassbar" und glaubwürdig. Andere werden zu Protagonisten von kurzen Online-Filmchen auf YouTube.
Die Kampagne wurde laut WWD mit einem medialen Paukenschlag und 10-seitigen Beiheftern in Vogue, GQ, Harper's Bazaar und Vanity Fair klassisch gestartet und wir dürfen gespannt sein, wie sich das Familienleben und der Umsatz der Marke entwickeln wird.
Kleine Kamera - großes Erstaunen: Das Video zum Fashion Shooting mit dem iPhone 3Gs.
Interessantes Experiment: Modefotograf Lee Morris produzierte eine komplette Modestrecke mit seinem iPhone 3Gs bzw. der eingebauten Kamera. Profis, die nicht wussten unter welchen Umständen die Bilder entstanden waren, waren begeistert. Einige hielten die Fotos für das beste, was der erfahrene Fotograf je abgeliefert hat.
Das Experiment lehrt und lieber mehr in Idee, Kreativität und Handwerk zu investieren, als in teure Technik.
Der bayerische Hosen-Spezialist Rosner wagt Neustart mit 68-Ikone Uschi Obermaier (Foto: Rosner).
Passend zu meinem Post von gestern über einen erkennbaren Trend hin zu reiferen Models berichtet nun die Werberfachzeitschrift w&v über eine neue Kampagne des in der Vergangenheit arg gebeutelten Hosenschneiders Rosner aus Ingolstadt. Deren Star ist nun die 60-jährge 68-er-Ikone und Rainer Langhans-Freundin Uschi Obermaier, die sich ja schon für Mey in Unterwäsche ablichten ließ (Photoshop sei Dank!). Der Schritt scheint nur konsequent zählen doch die so genannten 68er sicherlich inzwischen zur Kernzielgruppe des nun zum Wolff & Olsen gehörenden Textilimperiums.
Die ehemalige Kommune1-Bewohnerin Uschi Obermaier als Testimonial für Mey (Foto: Mey).
Anja Probe von der Textilwirtschaft schreibt über die Kampagne: "Es war gar nicht so leicht, Uschi Obermayer in Kalifornien ausfindig zu machen. Als sie dann von der Idee hörte, war sie sofort begeistert", sagt Johann Christoph Anthon, der für das Konzept der neuen Rosner-Kampagne verantwortlich zeichnet. Rund 40 Jahre, nachdem das Model schon einmal für den Hosenspezialisten posierte, holte das Ingolstädter Unternehmen die 64-Jährige erneut vor die Kamera. Sie zeigt die neue Frühjahr-/Sommermode von Rosner. "Wir wollen mit der Kampagne viele Kundinnen erreichen. Wir wollen die Tochter ansprechen, ohne die Mutter zu verprellen", so Anthon.
Die Motive seien nicht gestellt, Fotograf Anatol Kotte habe "einfach draufgehalten". "Uschi Obermaier steht für Sexappeal und Lebensfreude", so Anthon. Dies sollen die Bilder vermitteln. In diesen Tagen startet die Fachhandelswerbung, ab Januar sind die Motive auch in der Gala zu sehen. Dazu gibt es POS-Material, und die Homepage wird entsprechend gestaltet. Die Art Direktion hat Jan Ehlbeck übernommen, die Postproduktion Julia X Gregor aus Hamburg."
80 jähriges Profi-Model Daphne Self war der Star der D&G-Kampagne in 2008 (Foto: Catwalking).
FT.Com berichtet in einem interessanten Artikel vom 03.07.2010 (hier) über das Revival reiferer Models als begehrte Repräsentantinnen der großen Mode-Labels. Dabei geht es nicht - wie z.B. bei Helmut Lang, der 1990 die damals 86-jährige Bildhauerin seine Kollektion präsentieren lies - um einen kurzfristigen Hype, sondern - so die Trendagentur The Future Laboratory - um die Erkenntnis, dass die üblichen mageren, spätpupertären Models die zahlende Kundschaft um die 40 nicht wirklich ansprechen.
So lief - laut FT.com - die 43-jährige Kristen McMenamy für Calvin Klein und die46-jährige Elle Macpherson für Louis Vuitton über die Laufstege.
Mal sehen, ob man künftig auch in den Kampagnen mehr reifere Models sehen wird.
Wie man aktuell dem Strenesse Online Shop (hier) entnehmen kann muss man derzeit ca. 4 Wochen warten, um Jogis Glückspulli selbst tragen zu dürfen (Screenshot).
Unser Bundestrainer hat versprochen, ihn auch heute wieder zu tragen, seinen blauen Glückspulli. Wer nicht das Glück hat, zum Trainer-Team unserer Nationalelf zu gehören muss leider noch mindestens vier Wochen warten, um den schicken Wärme- und Glücksspender aus "Babykaschmir" selbst testen zu können.
Da erzähle mir noch mal einer, Product Placement sei "sooo eighties".
Und wie wird Designer Michael Michalsky zitiert: „Wenn die Nationalmannschaft so spielt, wie er (Jogi Löw) sich kleidet, dann müssten wir die EM gewinnen.“
Original-Ausschnitt aus der Deutschen Allgemeinen Zeitung vom 24.08.1940.
Bei der Arbeit an einem Projekt fiel mir dieser Artikel aus einer deutschen Tageszeitung aus dem August 1940 auf. Er berichtet in blumigen Worten über die Schau des Deutschen Damenschneiderhandwerks auf der Leipziger Messe, der Vorgänger von CPD, Bread & Butter und Co.
Interessant ist, dass es schon vor 70 Jahren offensichtlich um die gleichen Themen ging: "Prinzessform, blusig angeschoppte Taille, ... Tunika (!!), Jumperschnitt, laute gute alte Bekannte in immer wieder neuartiger Ausgestaltung ...". Auch das Thema Webpelze, statt echten Tierhäuten, schien schon damals politisch korrekt.
Die Modemacher sind halt Weltmeister im Sich-selbst-neu-erfinden und Mode ist in Wahrheit ein bombastischer Receycling-Kreislauf.
Zwei Motive der neuen Kampagne für die Thai-Sandalen der Firma Gambol.
Und noch eine Gummisandale, die sich mit Kunst verkaufen möchte. Die wortkarge aber Bild-starke Kampagne von Spa-Hakuhodo, Bangkok soll wohl das Gefühl ausdrücken, dass arg strapazierte Füße in geschlossenen Schuhen nach einem langen Tag haben müssen. Ich find's im positiven Sinne merk-würdig. und auch auf den dritten und vierten Blick noch sehenswert.
Ich habe übrigens eine ganze Zeit gebraucht, bis ich das Produkt gefunden habe.