Mittwoch, 18. August 2010

Für Levis ist kein Arsch wie der andere


Die neue "All Asses Were Not Created Equal"-Kampagne von Levis.

Vor Gott und dem Gesetz sind zwar angeblich alle Menschen gleich, aber spätestens bei der Suche nach einer passenden Jeans wird Frau ihre Individualität schmerzlich vor Augen geführt. Da sitzt die Jeans klasse am Po und auch die Oberschenkel machen ein gute Figur, aber der Bund schlabbert um die schlanke Taille.

Nun ist die Tatsache, dass keine Frau wie die andere ist und sich das Verhältnis von Oberschenkel zu Po und Hüftumfang von Frau zu Frau ändert, älter als die erste Jeans und doch scheint sich bei einigen Jeans-Marken plötzlich die drängende Erkenntnis breit zu machen, dass man der Willkür der weiblichen Schöpfung Tribut zollen und sich von Einheitskonfektionsgrößen verabschieden muss, will man sich durch einen relevanten Nutzen von der Masse abheben.

Die blauen Protagonisten nähern sich einer passenden Lösung auf verschiedene Weise: Während "Not Your Daughter's Jeans" mit speziellen Schnitten und cleveren Funktionalitäten die Frauen jenseits der Vierzig anziehen will, stellte US-Jeans-Marke Old Navy vor 14 Tagen ihren "Booty Reader", eine sehenswerte Web-App, vor mit deren Hilfe Frau die passende Jeans finden kann. Dort wartet Seherin Madame Eva auf ein Foto des Allerwertesten der künftigen Kundin und sagt dann stets zuverlässig voraus, welches Old Navy-Model die geneigte Kundin demnächst shoppen wird. Die Idee ist leider hemmungslos geklaut, aus American Apparels "Upload Your Butt"-Kampagne


Der Presse-Info-Film zu Levis CurveID.

Good ol' Levis hat sich dem weiblichen Hinterteil anders und streng wissenschaftlich genähert. Hier wurden - so die Pressemeldung - 60.000 weibliche Hinterteile mit neuester 3D-Technologie vermessen und zu drei neuen Frauentypen geclustert: Big Blue teilt die Frauenwelt von nun an in "Slight Curves", "Demi Curves" und "Bold Curves" ein. Warum man dazu allerdings den ganzen pseudowissenschaftlichen Aufwand treiben sollte, muss jedem mit offenen Augen durchs Leben gehenden Mann unklar bleiben. Denn dass hätten wir Herrn Levis auch sagen können, ohne vorher tausende von im-Po-santen wissenschaftlichen Analysen betreiben zu müssen.


Der Booty Reader von Old Navy.

Gemeinsam ist allen drei Ansätzen, dass man sich endlich! mal Gedanken darum macht, wie man sich durch Produkt-Individualisierung mit sinnvollem Nutzen aus der blauen Masse des harten Wettbewerbs absetzen und die ewige, teure, wie in ihrer Wirkung fragwürdige Image-Werbung durch eine relevante Botschaft ersetzen und so dem ruinösen Preiswettkampf entgehen kann.

Mein früher Post über Not Your Daughter's Jeans (hier)
Die Website von Not My Daughter's Jeans (hier)
Die Website des Old Navy Booty readers (hier)
Die Website von Levis CurveID (hier)


Dienstag, 17. August 2010

Vivienne Westwood unterirdisch


Zwei Motive der neuen Westwood Accessoires-Herbst/Winter-Kampagne.

Ist das jetzt gut oder einfach nur unterirdisch schlecht, was die gute Vivienne da bei Jürgen Teller in Auftrag gegeben hat? Ob sich mit diesen Fotos das eine oder andere zahlungswillige Fashion-Monster aus dem Keller locken lässt? Was denkt ihr? Happy Halloween, Miss Westwood!


Montag, 9. August 2010

Neues Online-Portal für faire Mode


Unter der Adresse www.modeaffaire.de ist ein neues deutschsprachiges Fashion-Portal für Green Fashion, also fair gehandelte Bio-Mode an den Start gegangen. Macher sind die beiden modeaffinen Kommunikationswissenschaftlerinnen Katharina Höfling und Sabine Segerer. Viel Glück und Erfolg für die Blogger-Kolleginnen! Der (B)Advertisier wird mit Spannung beobachten, wie sich die Idee entwickelt.


Samstag, 7. August 2010

Quando D&G?


Neu auf YouTube: Der Teaser für einen neuen Dolce&Gabbana Motion Pictures Film.

Der Titel des Teasers "Quando - Quando - Quando?"spielt wohl auf das Release-Datum in 30 Tagen (im September 2010) an. Auf der Micro-Website (hier) sieht man nicht mehr, als einen Countdown. Ob es sich bei dem Projekt wirklich um einen abendfüllenden Feature-Film oder nur einen neuen Werbespot für die nächste Kollektion oder ein neues Parfum handelt, ließ sich bisher nicht herausfinden und ist wohl auch im Sinne der Erfinder. D&G versandte gestern eine kryptische E-Mail mit der einzigen Botschaft "Dolce & Gabbana Films want to know: Quando Quando Quando".

Der Teaser im Fellini-Stil macht jedenfalls neugierig auf mehr.

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Freitag, 6. August 2010

User-generated Backcountry


Backcountry.com - Outdoor-Gear-Onlinehändler mit Händchen für Web 2.0.

Ein gutes Beispiel dafür, das authentischer, offener Umgang mit seiner Marken-Community viel zur Markenbindung und letztlich zum Markterfolg beitragen kann, liefert der US-amerikanische Outdoor-Ausstatter Backcountry. Seit 2008 überlässt man dort einen wichtigen Bereich der Website komplett der Verantwortung seiner User: "Ähnlich wie bei Amazon darf jeder Kunde bei Backcountry.com im sogenannten „Gear Guru Leaderboard“ Testberichte verfassen. Doch das Vertrauen in die User geht noch weiter: Sie stellen Fotos ein, diskutieren Produkte, stellen Fragen und geben Rat. Auch die Hersteller und Händler dürfen mitreden, sind allerdings als solche gekennzeichnet.", so der Post bei F+K. Mit Hilfe eines ausgeklügelten Punktesystems, werden die User motiviert möglichst hilfreiche, ausgewogene und sinnvolle Beiträge zu posten.


Mit der so genannten Gear List können Kunden anderen zeigen, mit welchen Backcountry-Produkte sie selbst unterwegs sind.


Im Backcountry Blog diskutieren User über relevante Themen. Völlig unzensiert.


Das Backcountry Leaderboard listet die aktivsten Usern mit den beliebtesten Beiträgen.

Offenheit und Ehrlichkeit werden offensichtlich belohnt. Zum Beispiel mit kostenloser Markt- und Trendforschung, User-generated Content, wertvollen Tips, Ideen und Wünschen der User und letztlich mit treuen Kunden und steigenden Umsätzen.

Kundenbindung und Crowdsourcing im Web 2.0.

Die Website con Backcountry (hier).

Der Link zum lesenswerten Post über Backcountry bei Foerster+Kreuz mit vielen weiteren Links zum Thema hier: Backcountry

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Lululemon Athletica

Lululemon Athletica

Donnerstag, 5. August 2010

"People of Walmart" - Streetstyle der US-Prolos


"People of Walmart" ist so etwas wie das US-amerikanische Gegenkonzept zu "The Satorialist" (Fotos: People of Walmart).

Seit August 2009 sammeln drei Freunde Fotos von schrägen und exaltiert gekleideten Kunden des US-Shopping-Giganten Walmart und zeichnen so ein herrlich real-satirisches Bild des amerikanischen Bekleidungsunkultur.

Der "People of Walmart"-Blog (hier).


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Online in der Wildnis

Die neue Trailhead(TM)-App von The North Face hilft dabei interessante Trails in der Umgebung zu finden und zu entdecken (Screenshots).

Hatte gerade die Tage mit einem befreundeten Outdoor-Fashion-PR-Profi über die Idee gesprochen, für einen seiner Kunden eine digitale Hiking-Community aufzubauen. Dazu passt die Meldung, dass Wettbewerber The Northface nun eine iPhone App hat entwickeln lassen, die viele der von uns diskutierten Funktionalitäten beinhaltet.

Die App schlägt Touren in der Umgebung des Users vor. Dies können von allen Usern bewertet werden. Hat man eine passende Tour gefunden, kann man sich den Trail auf einer GoogleMap anzeigen lassen und später, wenn man den Ausgangspunkt erreicht hat die Navi einschalten und sich führen lassen. Wer Varianten der Tour geht, kann seine neue Route auch gleich aufzeichnen und anderen Usern zur Verfügung stellen.

Zu meiner großen Überraschung gibt es bei Trailhead(TM) bereits eine große Auswahl an Touren-Tipps für meine Umgebung (München).

Natürlich ist in der App auch Branded Content integriert. So gibt es einen Store Locater, einen The North Face News Feed und einen Link zu PlanetExplore(TM), der Social Media Plattform des Expeditions-Anbieters aus Kalifornien.

Wenn The North Face die App nun noch um eine Branded-Social-Community erweitern und ihrer Zielgruppe ermöglichen würde untereinander in Kontakt zu treten, sich online austauschen zu können, wäre das Social-Media-Paket rund. Der (B)Advertiser hatte über The North Face ja schon im Zusammenhang mit einem interessanten Location-Based-Marketing-Ansatz (Geo-Fence) berichtet (hier).

Der original-Post auf Mashable (hier). Der Link zur iPhone App (hier).

Die "Timberland Expeditions"-App (Screenshots).

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass Wettbewerber Timberland(TM) mit "Timberland Expeditions 1.02" auch eine Trail-App im Apple App Store anbietet. Mit schöner (wenn auch sehr US-amerikanischer) Grafik, passenden Musikvorschlägen aus dem iTunes-Store, einem In-App-Game und den obligatorischen Markenangeboten. Leider ist die App nur für den US-amerikanischen Markt lokalisiert und für europäische User (noch) weitgehend unbrauchbar. Auf meinem iPhone stürzt die App auch noch häufig ab.

Mittwoch, 4. August 2010

Clever Kaufen?


Textildiscounter KiK verspricht komplettes Einkleiden für nur 30 Euro (Foto: ARD).

"Die miesen Methoden des Textildiscounters" KIK will heute die Doku "Um jeden Preis" im Ersten aufdecken. Wir dürfen gespannt sein auf "Innenansichten einer Billigkette, die wie kaum ein anderes Unternehmen expandiert".

"Das Versprechen des Textildiscounters KiK klingt verlockend: Komplett Einkleiden für unter 30 Euro, von der Socke bis zur Mütze. Mit dieser aggressiven Preispolitik hat es KiK im Einzelhandel ganz nach oben geschafft. Beinahe täglich eröffnen neue Filialen.

Das Unternehmen ködert die Kunden mit fast unglaublichen Angeboten: Jeans für 9,99 Euro, Bermudas für 3,99 Euro, T-Shirts für 1,99 Euro.

Doch wie kommen diese Schleuderpreise zustande – und wer muss dafür bezahlen? Eine Reportage aus der Welt von Dumpinglöhnen, Ausbeutung und fragwürdigen Geschäftsmethoden."
, so der offizielle Pressetext der ARD.

Heute (04.08.2010) um 21:45 Uhr in derARD


Montag, 2. August 2010

Net-a-Porter hat's geschafft


Das Video vom Interview mit Natalie Massenet, Gründerin des wohl weltgrößten Luxus-Mode-Etailers Net-a-Porter, anlässlich des 10-jährigen Firmenjubiläums (Quelle: www.businessoffashion.com).

Für rund 60 Millionen Euro hatte der Schweitzer Luxusgüterkonzern Richemont (u.a. A.Lange & Söhne, Baume & Mercier, Cartier, IWC, Montblanc etc.) im Frühjahr weitere Anteile von Massenet gekauft und Net-a-Porter (geschätzter Wert rund 400 Millionen Euro) damit übernommen. Anlässlich des zehnjährigen Firmenjubiläums ließ sich die bescheiden und schüchtern wirkende Gründerin des erfolgreichen Luxus-Label-Versenders in ihrem Headquater in London vom Chefredakteur des einflussreichen Business Of Fashion Magazins interviewen.

Mit einem Startkapital von 10 Millionen Euro gegründet, ist Pret-a-Porter einer der wenigen Gewinner der so genannten Dotcom-Blase der Jahrtausendwende.

Aus der Moderedaktion kommend, entwickelte Massenet Net-a-Porter als ihr "magazine, you can shop from". So gelang es ihr die modischen Anregungen eines Modemagazins und den Kaufimpuls zeitlich direkt zusammen zu führen und dabei viele psychologische und logistische Kaufbarrieren einfach auszuschalten.

Massenet spricht in dem Interview auch darüber, wie es Net-a-Porter gelingt, die Akteure der neuen Sozialen Medien, die Fashion Blogger, geschickt für ihren Onlinehandel zu nutzen und auch über Affiliate-Programme am Erfolg profitieren zu lassen.

Die Ehefrau eines erfolgreichen Hedges-Fonds-Manager und zweifache Mutter spricht hier auch erstmalig offiziell über den Launch ihres neuen Men's-Fashion-Portals "Mr. Porter" und stellt de rechtzeitig zum Interview fertig gestellte Net-a-Porter iPad-App vor.

Interessant fand ich auch das Gespräch über die Frage, warum die Fashion-Industrie immer noch Millionen für Presse-wirksame Fashion Shows ausgibt, die den Frauen dann eine Mode zeigen, auf die sie in der Regel noch viele Monate warten müssen. Massenets Antwort ist verblüffend einfach: Setzt einfach eine Saison aus. Nutzt die Shows als Medien-Events. Zeigt die Mode, die dann anschließend an den Handel ausgeliefert wird. Einkäufer lassen sich von Giga-Showsohnehin nicht beeindrucken.

Die offizielle Website von Net-a-Porter (hier).

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Donnerstag, 29. Juli 2010

Ungetrübte Gier nach Edelware


Louis Vuitton Werbung in Shanghai: Besonders in China giert die Kundschaft nach der Edelware des Luxuskonzerns. Quelle: ap

Unter dem Titel "Kundschaft giert nach Edelware" berichtete das Handelsblatt gestern darüber, wie Luxus-Konzern Louis Vuitton erfolgreich der Krise trotzt. Das Beispiel macht Hoffnung, dass mit luxuriösem Lifestyle immer noch Geld zu machen ist. Wenn man es nur richtig anstellt.

Der Originalartikel (hier).

Kundschaft giert nach Pariser Edelware (bei Handelsblatt.com am 28.07.2010 veröffentlicht)

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