Mittwoch, 9. März 2011

E-Commerce, neu erfunden


Designer Derek Lamm nutz eBay-Kunden um die finale Kollektion zusammenstellen zu lassen (Foto: Screenshot).

In ihrem wirklich interessanten Post mit dem Titel "

"How Fashion Retailers Are Redefining E-Commerce With Social Media" beschreibt Marketing Direktor Alisa Gould-Simon, wie ausgefuchste Online-Mode-Händler die Möglichkeiten von Social Media effektiv für sich nutzen. Konkret geht es hier um erfolgreiche so genannte Crowdsourcing-Strategien und den Reiz von Exklusivität in einem Massenmarkt. Sie beschreibt zum Beispiel wie man potenzielle Kunden an der Entscheidung beteiligt, welche Teile einer Kollektion tatsächlich in den Handel kommen und wie man ängstliche Einkäufer umgeht und als "Pretailer" begehrte Ware direkt vom Laufsteg verkauft.

Zur eBay-Crowdselection-Microsite von Derek Lamm geht's (hier).


Montag, 7. März 2011

Besser Joggen in geborgten Schuhen


Screenshot der "Geborgte Schuhe"-Microsite von ADIDAS in Japan.

In Japan können Freizeitjogger die verschiedenen Modelle der neuen "adizero"-Kollektion jetzt kostenlos zuhause testen, bevor sie sich für ein Modell entscheiden, wie der Trendblog "japantrends" (hier) berichtet. Dabei muss der Kunde nur die Logistikkosten übernehmen und kann bis zu vier verschiedene Modelle der neuen, leichten Laufschuhe ausleihen und bis zu vier Tage unverbindlich testen. Entscheidet er sich zum Kauf, werden die Logistikkosten durch einen Rabatt von ca. 17 USD aufgefangen.

Mit diesem wohl selbst für Japaner ungewöhnlichem Angebot lassen sich auch potenzielle Kunden ausserhalb der Ballungszentren mit ihren ADIDAS-Flagshipstores, vollständigen Sortimenten, geschulten Beratern und entsprechenden stationären Testmöglichkeiten erreichen.

Die Website "Katsukasu" (heißt auf japanisch so viel wie "geliehener Schuh") (hier) setzt laut "Japantrends" intelligente Technologien ein, um das Beratungsgespräch zu simulieren und potenzielle Kunden optimal zu informieren.

Der (B)Advertiser ist gespannt, zu lesen, ob sich diese auf den ersten Blick teure "Tryvertising"-Aktion von ADIDAS unterm Strich rechnet und ob es demnächst vergleichbare Angebote in Deutschland geben wird. Für kostenlosen Medienhype sorgt es ohne Frage.


Mittwoch, 2. März 2011

Havaianas Missoni(ert)


Havaianas liebt Missoni und kommt diesen Sommer in einer Sonderedition auf den Markt (Foto: 1st-blue.com).

Die brasilianischen Kult-Gummilatschen Havaianas machen mit dem italienischen Traditionsstreifenstricker Missoni gemeinsame Sache. Entstanden ist eine kleine Linie von hippen Plastikschlappen, die laut Pressemitteilung "... unter dem Slogan „Missoni loves Havaianas“ in diesem Sommer in den Handel kommt und drei Sandalen und ein Espadrille-Modell umfasst. Als Reminiszenz an die bekannten Strick-Kreationen der italienischen Marke tragen alle Schuhe der Kooperation das charakteristische Missoni-Muster und kommen in einem von Missoni in Italien gefertigten Schuhbeutel, der die italienischen und brasilianischen Nationalfarben sprichwörtlich miteinander verknüpft."

Ich hatte hier im Blog ja schon mehrfach über Havaianas berichtet, die sich in der Vergangenheit mehrfach durch besonders kreative Kampagnen hervorgetan hatten (hier), (hier) und (hier).

Die Idee einer Kooperation bzw. Sonder-Edition, in diesem Fall mit Missoni, ist für Lifesyle-Marken nicht neu, ist aber immer eine potente Option Marken zu aktualisieren und mit Kompetenz aufzuladen. Bestenfalls befruchten sich bei solchen Kooperationen beide Marken gegenseitig, bei moderatem Aufwand. In diesem Fall gewinnen beide Marken an modischer Kompetenz, generieren Aktualität und haben die Chance jeweils völlig neue Zielgruppensegmente zu erschießen. Win-Win!

Die offizielle Website von Havaianas (hier).


Montag, 28. Februar 2011

Jeanshemd für 335 USD gefällig?


Screenshot des Heller's Cafe Pop-Up-Online Stores bei J.Crew mit limitierten Vintage-Hemden.

335 USD für ein ausgewaschenes Arbeiterhemd? OK, es kommt von J.Crew, es wurde vom japanischen Denim-Kult-Designer Warehouse entworfen, es basiert auf Sammlerstücken von Larry McKaughan, Besitzer von Vintage-Spezialist Heller's Cafe und (jetzt kommt's) es gibt jedes Hemd nur einmal!

Erstaunlicherweise sind bereits heute Mittag schon einige Teile verkauft. Aber darum geht's es dem US-Modelabel J.Crew vermutlich gar nicht. Das ungewöhnliche Angebot ist einfach ein genialer Trick wieder virale Aufmerksamkeit auf die Marke zu ziehen. Wie dieser Post ja schon beweist.

Der virtuelle J.Crew Heller's Café Pop-up-Store (hier)
Die Website von Heller's Café (hier)


Columbia mobilisiert Schattenspender


Anzeigenmotiv von Columbia Sportswear für deren "Omni-Shade"-Linie (Foto: Columbia).

Eine herrliche Idee der Agentur Prolam Y&R, Santiago, Chile für deren Kunden Columbia Sportswear Company beziehungsweise dessen Produktlinie Omni-Shade(R). Textiler Sonnenschutz, für viele ein eigentlich ziemlich unspannendes Thema, hier aber aufregend umgesetzt. Ein echter Weiterblätterverhinderer und Hingucker. So sollte gute Werbung funktionieren.


Mittwoch, 23. Februar 2011

Interaktives Schaufenster für schwedische Streetwaer


Das Bild im Schaufenster reagiert auf vorbeigehende Passanten (Foto: Screenshot des Videos).

Um mehr Aufmerksamkeit auf das schwedische Streetwear- und Skateboradbekleidungs-Label WeSC (steht für We are the Superlative Conspiracy) zu ziehen entwickelte die Stockholmer Agentur Hyper Island ein interaktives Schaufenster (hier).

Das im Januar 2000 gegründete Unternehmen gilt als die am schnellsten wachsende Warenmarke Schwedens

Die Website des Labels (hier).


Dienstag, 22. Februar 2011

Fünf Millionen Views für Levi's Arschkamera


Ein vermeintliches Amateurvideo zeigt wie die neue Levi's Curve ID Skinny Jeans bewundernde Blicke von Männern und neidische Blicke von Frauen anzieht. Angeblich die bislang erfolgreichste Viral-Kampagne für Levi's. Erfunden hat's die Neuseeländische Agentur Colenso BBDO.


Der Klamotten-Sixt: Rent The Runway


Harward Business School Abgängerinnen Hyman und Fleiss gründeten Rent The Runway (Foto: Rent The Runway).

Warum gleich tief in die Tasche greifen, wenn man nur ein neues, Aufsehen-erregendes Outfit für die nächste Party benötigt? Schließlich ist der Kleiderschrank doch ohnehin schon übervoll. Was bei Autos und Videos funktioniert könnte doch auch für Couture-Klamotten gehen, dachten sich die beiden Amerikanerinnen Jennifer Hyman und Jenny Fleiss und gründeten Rent The Runway, die wohl erste professionelle Mail-Order-Abendgarderobevermietung der USA. Schon für 150 USD kann Frau Cinderella für eine Nacht spielen und mit einem Dress auflaufen, der im Laden gut und gerne das zehnfache kosten würde.

Laut Wall Street Journal boomt das Geschäft. Bereits 800.000 Kundinnen in den USA nutzen den Service. Für die Modeindustrie eine interessante Möglichkeit, neue Kundinnen ohne Schwellenangst an ihre Marken heranzuführen.

Das interessante Interview mit den Gründerinnen auf Wall Street Journal (hier). Die Website von Rent The Runway (hier).


Die zu Guttenbergs der Modeindustrie


Das zu Guttenberg T-Shirt gibt es bei Shirt-City (hier)

Der Modeindustrieblog "profashionals" veröffentlicht aus aktuellem Anlass einen gut geschriebenen Post zum Thema "Plagiate in der Mode", der interessante und überraschende Facts enthält (hier).


Donnerstag, 17. Februar 2011

Erste Erfahrungsberichte mit Facebook Deals in Deutschland


Gravis, Cinemaxx und Vapiano berichten über erste deutsche Erfahrungen mit Facebooks Mobile Couponing Anwendung "Facebook Deals". www.facebookmarketing.de hat diese Woche drei der ersten Anbieter von Facebook Deals (Mein Post hierzu hier) zu ihren Erfahrungen mit dem neuen Location Based Social Network Promotion Tool (Wow! Was ein Begriff!) befragt und interessante Antworten bekommen, von denen andere Früh-Adopter im deutschen Markt sicher nur profitieren können.

Zu dem Interview geht’s (hier).


Missoni versucht's mit Wimmelbildern


Juergen Teller für Missoni im Museum of Everything in London. Foto: Missoni.

Durchgedrehte Hippie-Mädchen vor buntem Spielzeug durfte der in der Mode unvermeidbare Juergen Teller für Missonis Frühjahrs-Kollektion 2011 in Szene setzen. Dass man die eigentliche Mode vor dem chaotischen Hintergrund kaum noch wahrnehmen kann hat offenbar weder den ewig überblitzenden Starfotografen noch die Missoni-Patriarchin Angela Missoni (auf dem Foto rechts) gestört.

"... it is the face off between the family and the weird and wondrous art that creates the artistic tension." lautet die offizielle Rechtfertigung aus dem Hause Missoni für diese Werbegeldverschwendung.